geordnete seine Aufgabe so auffassen soll, daß, „wenn er
dereinst zum himmlischen Appell berufen wird, er mit
gutem Gewissen vor seinem Gott und seinem alten Kaiser
treten kann.“
An, Gottes Altar“ stellt er die Reichsinsignien, „damit
Ihre Augen sie sehen.“ Gönigsberg, 9. September 1001.)
Es ist eine dem Krüppelverstande gemäße, innerlich
unfruchtbare Staats- und Gesellschaftsreligion, die er
wünscht und fördert.
In dieses unfruchtbare System spuken immer wieder
psychopathische Ekstasen hinein, ohne es jedoch in seinem
Srundgefüge je ganz zu lockern.
Auch in dieser Hinsicht war der Kaiser nicht genug
Krüppel, um dem Mechanismus eines rein formellen
Suggestionsbetriebes ganz zu verfallen und nicht genug
Psychopath, um die religiöse Krisis in ihrer ganzen Tiefe
wie Hölderlin oder Nietzsche zu durchleben.
Die Wechselwirkung zwischen Körperhemmung und
Seelenbrüchigkeit ließen ihn hilflos zwischen Starrheit
und Verjüngung schweben. Nur durch die Krüppelpsychologie
in Verbindung mit der Lehre über psycho—
pathische Konstitution von Ziehen wird dieses Krankheitsbild,
dieser furchtbare Zustand faßlich.
Lebensfruchtbare Frömmigkeit will nicht in An—
schlüssigkeit sich verfangen. Sie ist die Entwicklung, und
der Gedanke der Vervollkommnung ist ihr Leitstern: Aus
Gesetzlosigkeit durch Gesetz zur Freiheit!
Der Hohenzoller wurde von dem Sauber der Eni—
wicklungsidee oft stark erfaßt.
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