stimmung von der Weiterbildung der Religion Großes
versprach, so dachte er sich auch diese als eine Entwicklung
zum Kaiserkult.
Sein Großvater sollte nun in die Reihe der großen
Gestalten der Offenbarung der gottmenschlichen Heils—
bermittler treten. Im Grunde wollte der „höchste Bischof“
mit seinen Scheinzugeständnissen an den vorwärts—
drängenden Geist unserer Tage nur die Bewegung in
seinen Machtkreis ziehen. Sein Herz blieb der Orthodoxie
getreu.
So äußerte er sich sogar als Rector magnificentissimus
der Berliner Aniversität am 9. Februar 1913: „Dieses
Geschlecht bedarf wohl eines 9inweises, wie es zu dem
alten Glauben seiner Bäter kommen kann.“
Das alles ist vom Standpunkt des Krüppeltums durchaus
folgerichtig.
Wenn zuerst auch sein in Begeisterung schwellendes
und dann zurückschreckendes Psychopathentum mit hinein⸗
spielt, so wird die Tragik des Falles nur verstärkt, aber
eine argwohnslose Hingabe, echte Andacht ist damit nicht
erreicht.
Stets späht der Krüppel im Kaiser verstandeshaft
nach dem staatlichen Zweck der Verehrungswesen, für die
er Anbetung fordert.
Die selbstvergessene Mystik frommer Psychopathen ist
hm wesensfremd. Er bleibt auch in seinen Bekenntnissen
ein politischer Rechner. „Gott ist der große —A
Hamburg, 20. Januar 1003.)
Am 6. Mai 1808 betont der Hohenzoller beim Ent—
lassen des Reichstags vom Abschiedsmahle, daß jeder Ab—