Außerungen des Kaisers vor der Flucht: „Ahnlich
wie der Kaiser hier den Fortgeschickten, den Duldenden
spielt, wollte er auch bei der Absendung der
Krügerdepesche der leidende Teil gewesen sein.
Als in den Neujahrsbetrachtungen der deutschen
Presse im Jahre 1909 im Anschluß an die bitteren Lehren
der Novemberdebatten über den Artikel „Daily Tele—
graph“ auch mehrfach an die unglückliche Krügerdepesche
von 1807 erinnert werde, berief er sich in einem Rand⸗
vermerk auf das Zeugnis des Admirals Hollmann dafür,
daß er sich widerwillig von Hohenlohe und Marschall
habe „majorisieren“ lassen.
Hollmann hat bisher zu keinem Menschen davon ge—
sprochen. Ich habe ihn jetzt davon entbunden, damit die
Wahrheit endlich ans Licht komme.
Hollmann hat, soviel mir bekannt, niemals von der
Erlaubnis zu sprechen, Gebrauch gemacht. — Auch lebte
Marschall noch, der stets behauptet hat, daß die Krüger⸗
depesche aus dem Impuls des Kaisers hervorgegangen
und daß der von dem Kolonialdirektor Kayser entworfene
Text eine erhebliche Milderung dessen war, was der
Kaiser wollte.
Im Gedäãchtnis Wilhelms II. stellte sich die vermeint⸗
liche Majorisierung erst ein, als die Depesche anfing, als
Unglückswerk der Geschichte anzugehsören ...“ (S. 90).
Das war nicht bewußte Treulosigkeit, kein Verrat
gegen seine Diener, so sehr auch der Anschein dafür
pricht, sondern diese Vorkommnisse sind psycho⸗analytisch
aufzuschließen.
In der rückwärtsgerichteten Betrachtung traten die
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