Full text : Wilhelm II. als Krüppel und Psychopath

Daß Freiherr, Conrad von Hötzendorf Wien zeit⸗
weilig verläßt, um jeder Beruhigung vorzubeugen, nennt
der Hohenzoller „kindisch“. (10. Juli 1914.) „Unbedingt
soll die österreichische Monarchie im imperialistischen
Sinne zu einem festen Entschlusse kommen.“ (14. Juli
1914.
Und doch, wie fällt ihm ein Stein von der Seele, als
Serbien ernsthaft klein beizugeben scheint!
„Ein großer moralischer Erfolg in Wien,“ jubelt er
in der Randbemerkung zum Bericht des österreichischungarischen
 Botschafters, der die serbischen Zugeständnisse
 mitteilt, „aber damit fällt jeder Kriegsgrund fort,
und Giesl hätte ruhig in Belgrad bleiben können. Darauf—⸗
hin hätte ich niemals Mobilmachung befohlen.“
Des Kaisers Auftrumpfen ist nur Krüppeltrotzkrampf,
der ihn überrumpelt, ohne daß er weiß, was in ihm
oor geht.
Der psochische Spannungskomplex spielt sich ganz
automatisch ab: „Man könnte mich nicht genügend achten!
Nun wirf Dich in die Brust! Doch die Sache wird grausig
brenzlicht Berbirg Dein Entsetzen! Wage es mit Keck⸗
heit! Das scheint diesmal nicht zu verfangen! Würde
doch der Schrecken ein Ende nehmen. Oer traurige
Albdruck scheint zu weichen! Nun wahre zwar möglichst
auch jetzt die Haltung, aber Gott sei gelobt.“ ...
Das ist das Auf und Ab der Stimmung, in die
Krüppeltrotztum und Psychopathenangst den Kaiser durch
sein ganzes Leben hin- und hergerissen! Immer fordert
er seine Gegner mit großen Gebärden scheinkühn heraus,
wird gelãhmt von jeder energischen Gegenwirkung, ver⸗

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