Hätte man ihn mindestens dahin gebracht, sich auf
eine einzelne Tätigkeit sachlich zu beschränken!
Systematische Sachlichkeit befreit die Seele von über—
großer Selbstfühligkeit. Darum werden heute Krüppel
in ihrer Kindheit in Krüppelheimen gesammelt und zur
Arbeit erzogen: „Die Arbeit ist die Kraftquelle der Ent⸗
krüppelung.“ Die Freude am wachsenden Können in
nützlichen Leistungen stimmt auch die Seelen Gebrech—
licher zu gesundem, maßvollem Selbstvertrauen, gibt
ihnen Lebensfreude, Frieden und Heiterkeit.
Aber das imperialistische Fieber des Kapitalismus ver⸗
langte nach einem Anführer und Ausführer des Machtgedankens.
Der vorweltkriegliche deutsche Kaiser durfte kein
Mann gesättigter Seelenruhe sein.
Wie das Alldeutschtum die Ideologie, so war ein
selbstherrliches Kaisertum der volkstümlich bildhafte Ausdruck,
die Fibel-und Bibel-Ausgabe des Machtkultus.
Man forderte Glanz, übervältigende ãäußere Hoheit
vom Monarchen und überreizte dadurch unausgesetzt seine
Krüppelspannung.
Der Armkrüppel Wilhelm II. wurde so zum Opfer
der Schwerindustriellen, der Handelsherren, der Großgrundbesitzer,
der imperialistisch gerichteten Oberlehrer.
Er glaubte zu schieben und ward geschoben. Er war
die ohnmächtige Funktion der Plutokratie, die für den
Menschen im Kaiser weder ein Herz noch ein Auge hatte.
Wäre dem Kaiser zu helfen gewesen, wenn er nur
Psychopath und nicht auch noch Krüppel gewesen wäre?
Vielleicht, wenn ihm ein Karl Hauptmannscher
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