Da tritt die gute alte Tante Bernhardine unter uns.
Ja,“ sagte sie, „es ist sehr arg, was er schon wieder getan
hat. Aber wir dürfen nicht verzweifeln. Ich glaube, er
tut es nicht wieder. Wollen wir dem Papa böse sein?
Wir haben ihn doch so furchtbar lieb!“
So kann bloß Tante Bernhardine reden.
So gut, so bieder und so grundfalsch ...“
Als ob es sich nur um eine Störung auf einem dörflichen
Schützenfeste gehandelt hätte! „Deutschland! Du
große Kinderstube!“ Ooch hatte nicht selbst ein Präsident
des Reichstages, Graf Ballestrem, vordem geäußert: „Der
Kaiser hat seine Zeit verstanden, er hat gesagt: Ich lebe
in der ffentlichkeit und Mündlichkeit, und ich will auch
kein sogenannter konstitutioneller Monarch sein, der da
herrscht und nicht regiert. Ich glaube, das würde unserm
herrlichen Kaiser nicht zusagen, wenn man ihm diese
Rolle zuerteilte ...“
Wie sollte man den Monarchen zur Selbstkritik An—
regung geben?
Der Kaiser wandelte wie ein Mythos daher. Man
schaute ihn faustisch als innerlich schaffende Kraft, die
Massen im großen Raum sicher erfaßt, durchstrahlt, be—
wegt ...
Man sah in ihm die leibhaftige Berkörperung der Idee
des Übermenschen. Alle Fäden liefen vermeintlich in seiner
Hand zusammen. Er stand am Schaltwerk der Kultur.
Er war die Lebenseinheit des Volkes, in der alle Cinzelnen
inbegriffen schienen. Die Zauberblumen der Sagen und
Märchen waren im Eis und Schnee des Verstandes be—
graben. Die Gemütsgebilde der alten Romantik waren
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