Full text : Wilhelm II. als Krüppel und Psychopath

Die Wolke zog vorüber.
Eine drohend politische Lage schob sich zwischen Kaiser
und Kanzler und enthob beide der Notwendigkeit einer
Unterredung.
Gott segne den Fall von Casablanca!
Die Situation wurde so ernst, daß die Interpellation
verschoben wurde, und der Kaiser zum Hirscheschießen
verreisen mußte.
Nach ein paar Tagen lachte die Sonne wieder durchs
vewölk und hernieder auf Eckartsau und Casablanca.
Im verwaisten Berlin aber erklärte sich Bülow be—
reit, die Interpellationen zu beantworten, ging in den
Reichstag, hörte und sah und hielt dann eine Vede, in der
er mit keinem Worte auch nur eine Frage der Inter⸗
pellation beantwortete.
Er sagte nur, daß nach seiner Überzeugung der Kaiser
sich künftig Zurückhaltung auferlegen werde.
Er konnte und durfte das sagen, weil er sich wohl ge—
hütet hatte, sich diese angebliche Überzeugung durch
Fragen an den Kaiser zu festigen. Er hat darum die
schöne Möglichkeit, sich geirrt zu haben.
Und Majestät sind durch nichts gebunden.
Das Parlament aber läßt sich das unwürdige Spiel
gefallen. Vielleicht ist Bülow der beste Kenner der deut⸗
schen Volksseele. Er weiß, daß er uns familiär kommen
muß, und ich will mich hüten, seine verwaschene Rede
für senil und ungeschickt zu halten.
Wir Deutschen sind große Kinder. Da hat sich nun
Papa böse gehen lassen, und wir zürnten auf ihn. Die
einen weinten, die anderen schimpften, und alle schrien wir.

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