Full text : Wilhelm II. als Krüppel und Psychopath

der Gemeinde, das heißt die Jünger, die Jesus persön—
lich kannten, in sich nährt. Er haßt die lebensgesetzliche
gerausbildung der sittlichen Freiwilligkeit aus dem ersten
Wagen und Versuchen mit seinen Falscheinstellungen
durch das klärende Erlebnis zunächst als Schranke empfun⸗
dener Gesetze und von dort zu innerlich freier Freude am
richtig angepaßten und eingeübten, reifen Schaffen.
Krüppeltrotzig und seelisch wirr will der Apostel die
Zwischenstufe des Gesetzes überspringen. Seine schlechten
Erfahrungen mit den jüdischen Geboten lassen ihn das
Kind mit dem Bade ausschütten.
So trägt er sein eigenes Seelensiechtum in die Ge—
müter. Alle seine hohen und schönen Worte über Frieden,
Liebe und Sanftmut ändern nichts daran, daß durch ihn
das Gewissen der Menschheit sich versltörte.
So rühmt Wilhelm II. den Völkerfrieden und versorgt
das am schroffsten nach innen und außen gespannte
zarische Rußland mit Kriegsplänen, Waffen, verrät ihm
die schwachen Punkte der deutschen Macht in ihren außen⸗
und innenpolitischen Gegensätzen. Er redet und schreibt
sich fortgesetzt um Kopf und Kragen. Er haßt die Ver—
ständigung, die als besonnene Gegensatzführung die
Gegenwirkungen mit ihren kraftschulenden Anspornungen
klug benutzt. Im allgemeinen erkennt er den Lebenswert
von Hemmungen immer an. Doch in der Wirklichkeit
stimmt ihn jede Opposition verdrießlich. Er erträgt
aufrechte Charaktere nicht, duldet keine „Schwarzseher“,
pocht auf Gewalt, nennt das deutsche Volk das „Salz“
der Erde. Mit rhetorisch schwungvollen Worten preist
er den Austausch der wirtschaftlichen und geistigen Werte

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