Full text : Wilhelm II. als Krüppel und Psychopath

Natur immer tiefer einzudringen vermag. Die an—
gewandte Wissenschaft hat diese Wege kühn betreten und
ist zu staunenswerten Erfolgen gelangt.“
Spricht so ein Schwärmer?
So ist die Zustimmung, die der Hohenzoller stets
wieder fand, kein Spiel der Laune. Es wirkten sich darin
große öffentliche Notwendigkeiten aus, wie im Falle des
Apostels Paulus.
Der psychopathische Krüppel ist geistig durchweg un⸗
zemein beweglich.
Als Psychopath liebt er es, die allgemeinen Seiten
großer Vorstellungen und Begriffe warm und lebhaft
sich anzueignen und begeistert herauszustellen. Er will
Unendlichkeit um sich fühlen, will Zukunft rauschen hören,
will hemmungslos in allem schweben, was stürmt und
brauset. So kann er sich auch für Wissenschaft, Wirt⸗
schaft und Technik in ihren allgemeinen Perspektiven be—
geistern. Er kann sich die Wärme sachlichen Ernstes, die
sich der Arbeit, der Charakterpflege, der Moral zuwendet,
aufs lebendigste fühlbar machen. Stets drängen sich
Psychopathen zur Verkündigung großer Programme, zur
Bewunderung großer Züge neuer Entwicklung und zum
wortreichen Gesinnungslob.
Ist der Seelenkranke auch noch außerdem Krüppel,
so gefällt er sich darin, als Stützpunkt für die krampfhafte
 Aufreckung seines Selbstbewußtseins zu benutzen,
was rednerisch wirkt.
Paulus feiert die Freiheit, die nicht durch Gesetze
selig werden will, aber gleichzeitig kehrt er in ihrem Namen
auch die Verachtung heraus, die er gegen die „Säulen“

*

—