Full text : Wilhelm II. als Krüppel und Psychopath

Subjektiv wollte er auch damit nur dem Frieden dienen,
tatsächlich hat er durch solches unglaubliche Sich-treiben⸗
lassen dem Aufmarsch der Entente gegen Oeutschland alle
Wege freigemacht.
Nie hat psychopathische Politik ein grausigeres Ver—
hängnis heraufbeschworen!
Er droht England mit dem Oreizack-Trotzwort, verrät
es, ängstigt Frankreich mit seinem Pochen auf die „schimmernde
 Wehr“, läßt Rußland in seine Karten sehen, macht
sich Japan durch sein kitschiges Bild, das die gelbe Gefahr
veranschaulichen soll, zum Todͤfeinde.
So zwingt er die Völker zum Bunde wider Deutschland,
 durch zwar nicht bedachten und nicht gewollten,
aber darum nicht minder verhängnisvollen Hochverrat
gegen sich selber und sein Volk.
Deutschland ist nun durch ihn zur Hölle geworden,
und der Hohenzoller könnte die Worte, die Görres 1814
Napoleon in den Mund legt, auf uns anwenden:
„Leichtgläubiger ist kein Bolk gewesen ... Aber⸗
glauben haben sie mit mir getrieben ... mit verhaßter
Gutmütigkeit mich als ihren Abgott noch verehrt ...
Ihr müßiges gelehrtes Volk hat alle seine hohlen Ge—
pinste in mich hineingetragen und bald als das ewige
Schicksal, den Weltbeglücker, die sichtbar gewordene Idee
mich verehrt. Lehrbücher haben sie auf mich gebaut und
neue Weltsysteme. Was ich so wild und heftig hinge—
worfen, ihre Politiker haben sogleich es mit Emsigkeit
gehandhabt, bis es recht stattlich in ihre Erbärmlichkeit
sich einfügt. Wenn ich endlich einmal ihre süße, rosen⸗
rote Galle zum Überfließen gebracht, und sie sich zum