Full text : Wilhelm II. als Krüppel und Psychopath

Nachdem das Volk durch sein Verhalten klar bewiesen hat,
daß es eine Fortsetzung des Krieges mißbilligt? Wird
nicht in kommenden Zeiten das Leben und das Blut all
dieser nutzlos geopferten Tausende vor des Herrschers
Tür gelegt werden, und wird er nicht eines Tages von
Ihm, dem Herrn und Meister aller Könige und Menschen,
aufgerufen werden, sich für die zu verantworten, die seiner
Macht von dem Schöpfer unterstellt waren, der ihm ihre
Wohlfahrt anvertraute?“ (Berlin, ẽ. VI. 1905).
So will der Hohenzoller dem russischen Vetter be—
reden gegen die VRevolutionäre seines Landes, alle Ge—
walt und Feierlichkeit der moskowitischen, cäsaropapistischen
 Autokratie aufzubieten. Der Zar soll die Arbeiter⸗
vertreter in der Mitte des Platzes vor seinem Palast „von
einem Truppenkordon umgeben“, empfangen „und an
sie vom Balkon des Winterpalastes aus, begleitet von der
höchsten Geistlichkeit, dem Heiligen Kreuz und seinem
Gefolge, eine Ansprache halten, wie ein Vater zu seinen
Kindern spricht,“ „ehe das Militär in Aktion zu treten
hätte; vielleicht wäre es nicht unmöglich, daß auf diese
Art Blutvergießen ganz hätte vermieden oder wenigstens
hätte vermindert werden können.“ Die unruhigen Pro—
letarier seien ja nur „irregeführte, schlecht unterrichtete
Menschen.“ (An Nicky, Berlin, 21. II. 1908.)
Als aber der Zar zuletzt doch dem Konstitutionalismus
 große Zugeständnisse machen muß, vergißt der
haltlose Hohenzoller plötzlich seine Vergötterung der
Autokratie und alle Flüche, die er auf ihre Gegner gelegt
und beglückwünscht den Zaren zu der vorher verwünschten
Neuordnung. Er schreibt: „Es ist in der politischen Ent—

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