Den Psychopathen sinken die Zügel, die sie in der
Ekstase so straff anziehen, immerfort wieder aus den
Händen! ODer siegende Wille, der sich auch bei Ent—
täuschungen selber treu bleibt, ist ihnen wesensfremd. Sie
steilen Wünsche empor, trotzen ein Verlangen, einen
Stimmungsglauben, eine Sehnsucht der Welt entgegen,
fassen einen Zorn, einen Groll, eine Wutleidenschaft in
starken Worten, aber wenn der Widerstand sich nicht
lockert, dann versinken sie in starres Träumen wie der
schwärmerische Grübler Julian, oder sie wenden das
Steuer um und verfallen dem Zickzackkurs wie der schwan⸗
kende Hohenzoller Wilhelm II.
Als Or. Jameson in die Transvaal-Republik einfällt,
schreibt Wilhelm II. an den Zaren: „Aber komme, was
da will, ich werde den Engländern niemals erlauben,
Transvaal zu unterdrücken.“ Er sendet das bekannte Tele⸗
gramm an den Präsidenten Krüger. Spãäter jedoch
empfängt er Cecil Rhodes, den Haupträdelsführer der
Bergewaltigung der Burenrepublik bei Hofe, und er
schickt den Engländern einen Feldzugsplan wider die
Buren.
Er macht Nicky in langen Briefen wider die Japaner
scharf, und als Rußland den „Japs“ unterliegt, beweist
der Hohenzoller seinem „Freund und Vetter“, daß der
russisch-japanische Krieg ganz unpopulär gewesen ist.
Er fragt: „Ist es mit der Verantwortlichkeit eines
hHerrschers vereinbar, ein ganzes Volk gegen seinen aus—
gesprochenen Willen weiter zu zwingen, seine Söhne
hinauszuschicken, in Hekatomben töten zu lassen, nur für
ihn? Nur für seine Auffassung von nationaler Ehre?
B—