Full text : Wilhelm II. als Krüppel und Psychopath

deutsche Kaiser ihr Freund sein wird“. (Damaskus, 8. 11.
1898).
So berauschen sich beide Psychopathen an maßlosen
Machtphantasien. Wehe den Männern mit Urteilskraft!
Wer daran zweifelt, daß das Weltall ihnen zu Füßen liegt,
zweifelt an Gott.
Als die Gesandten aus Indien nicht gekommen sind,
um Zulian anzubeten, läßt er sich zu dem Ausspruch hin⸗
reißen: „Das soll mit anderen Worten heißen, daß der
große göttliche Oionysos, dessen Macht besonders darin
besteht, den Menschen die verborgenen Dinge zu offen—
baren — jetzt nicht mehr so wirksam sei, wie in vergangenen
Zeiten. Darf ich so etwas dulden? Ist das nicht eine
ungeheure Frechheit? Werde ich nicht gezwungen, dich
zur Rechenschaft zu ziehen ?“
Wilhelm II. stellt gelegentlich sogar den Kaiser über
die Gottheit. So bezieht er sich in einer Ansprache zu⸗
nächst auf die staatlichen Grundlagen, dann auf die
Religion, die den Höchsten verehrt und darauf auf die
Person des Kaisers als des „Allerhöchsten Herrn.“
Den Republikanismus stellt er in einem Briefe an
den lieben „Nicky“ in die Reihe des Anarchis mus und
Nihilis mus. (FJagdhaus Rominten, 26. IX. 1895).
Frankreich ist ihm „eine Republik elender Fivilisten“.
An Nicky, Neues Palais, 30. X. 1904).
„Das Blut der Majestäten Ludwigs XVI. und der
Maria-Antoinette liegt noch auf diesem Lande! Sieh
an, ist es seitdem wieder glücklich oder ruhig gewesen?
Ist es nicht von Blutvergießen zu Blutvergießen ge⸗

390