Full text : Wilhelm II. als Krüppel und Psychopath

Julian wendet sich in solchen Stunden des Zagens an
Mystiker, Wahrsager, Opferpriester.
Beide trauen der eigenen Kraft nur stimmungshaft
wie alle Psychopathen.
Ganz verzückt vernimmt Julian die Botschaft der
Könige von Armenien, von Serandib und Oiu, die eigentlich
 dem früheren Kaiser gilt. Er prahlt in falscher Demut:
„Was das anbetrifft, daß man in euren fernen Landen,
durch meine glücklichen Siegestaten verleitet, sich dazu
hat hinreißen lassen, mich für einen Gott anzusehen, so
will ich mich nicht weiter darauf einlassen. Ich achte die
Bötter zu hoch, als daß ich mir einen unpassenden Platz
unter ihnen sollte anmaßen lassen; obschon ich wohl weiß,
daß öfter und besonders in älteren Zeiten, Helden und
herrscher gelebt haben, welche durch die Gunst und Gnade
der Götter so ausgezeichnet worden sind, daß es schwierig
zu sagen ist, ob man sie den Sterblichen oder den Unsterb⸗
lichen zurechnen soll ...“
Wilhelm II. schwelgt in dem Gedanken, daß zu Wil⸗
helms J. Grab, wenn er im Mittelalter gelebt hätte,
Pilgerzüge aus allen Ländern hingegangen wären, um an
seinen Gebeinen Gebete zu verrichten (22. 2. 1806).
Gern hört er vom Freiherrn von Mirbach die Worte:
„Der Mohammedaner bewundert in den Majestäten
immer gottgesegnete, höhere Wesen.“
Er fühlt sich als Schutzherr des Islam: „Möge der
Sultan und mögen die 200 Millionen Mohammedaner,
die, auf der Erde zerstreut lebend, in ihm ihren Kalifen
oerehren, dessen versichert sein, daß zu allen Zeiten der