lich sein allen ausgezeichneten Männern, welche Mei—
nungen sie auch haben mögen.“
Wilhelm II. sagte: „Ich werde freudig als Mitarbeiter
annehmen, er sei wer und wes Standes er wolle.“
Aber sobald der geringste Widerspruch einsetzt, droht
Julian: „Ho, ho! Ein Galiläer! Ei, das konnte ich mir
wohl gleich denken!“
Und Wilhelm II. behauptet, verstimmt durch die
sozialistische Opposition: „Wer kein braver Christ ist, der
ist kein braver Mann.“
Die sich gehemmt fühlende Ekstase setzt sich in Zorn
und Wut oder angstvolle Oepression um, die ihrerseits
in Verfolgungswahn umschlagen kann.
Julian gerät durch sein stetes Schwanken zwischen
Trotz und Verzagtheit in die Abhängigkeit von dem
Mystiker Maximus.
Wilhelm II. wirft sich durch Heranschmeizerei an seine
GBegner weg.
Er umwirbt Roosevelt, bittet dessen Tochter, die
„CTaufe“ an einer Jacht zu vollziehen.
Er sendet dem französischen Präsidenten Loubet ein
Blückwunschtelegramm zum Siege Frankreichs über
Deutschland im Gordon-Bennet-Automobilrennen.
Er betont in einem Sympathietelegramm an den
indischen Vizekönig im Hinblick auf England, das er in
den Briefen an „Nicky“ als verderblichen Störenfried
des Völkerfriedens kennzeichnet: „Blut ist dicker als
Wasser.“
Immer wieder erfaßt ihn nach kühneren Vorstößen
ein Entsetzen vor seinem eigenen Mut.
28