in den bayrischen Wäldern oder in seinem Zauberschlosse
mit dem „Tischlein deck dich.“
Wilhelm II. hatte das Bedürfnis, auch die Wirklichkeit
schöpferisch zu packen und zu gestalten. Allerdings
schwebte er in ähnlicher Weise zwischen psychopathischen
Zuständlichkeiten und der konkreten Tatwelt wie der
Romantiker Julian.
Auch Ju lian trug den Tatsinn der römischen Cäsaren
in sich. Er hat sich um Gallien als Organisator Verdienste
erworben, für die ihm die geschichtskundigen Franzosen
noch heute danken. Aber dieses Erbe seiner Ahnen wickelte
sich in dem Sprößling des konstantinischen Geschlechts
fast automatisch ab. Sein Hauptinteresse lag ganz
anderswo. Wie Wilhelm II. fühlte er sich vor allem als
gottgesandter Heilbringer, als Erwirker ganz unfaßbarer,
unerhörter Völkerwendungen, als Vollstrecker ganz über—
menschlicher Notwendigkeiten. Und wie Wilhelm II.
konnte er sein Urteil nur zu oft nicht gesund herausbilden.
Es glitschte immerfort ins Schiefe.
Ein Vergleich der Ausdrucksweise der beiden „Roman⸗
tiker auf dem Throne“ ergibt auffällige Ahnlichkeiten.
Bei beiden findet sich, mit Professor Walter Götz, dem
Herausgeber der Briefe Wilhelms des Zweiten an den
Zaren?) zu reden, die „Mischung von großen und kleinen
Gedanken,“ „das pathetisch Ernsthafte,“ dem oft der
„rechte Inhalt fehlt“.
Bei beiden tut sich oft nach großen Ankündigungen
) Walter Götz: Briefe Wilhelm II. an den Saren 18904 - 1914.
Verlag Allstein & Co., Berlin.
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