Full text : Wilhelm II. als Krüppel und Psychopath

gestaltetem Leibe ... Scharfsinn ist mein Teil ... einen
Höcker hat eine Ubermacht aus mir herausgetrieben ...“
Ist Tobby darum ein Mensch, der ernsthaft Selbst⸗
anfeindung als Gesinnung im Busen trägt? Keines—
wegs! Er gönnt sich Liebe, fiebert sich fast in Wahnsinn
hinein, weil er das Herz eines Weibes nicht erobern kann.
Er spricht sich die höchste Kulturbedeutung zu ... Er
glaubt, den Menschen „die letzte Seligkeit“ bringen zu
können.
Wenn nun der Hohenzoller stets wieder jähe Oroh⸗
worte gegen vermeintliche Unheilsmächte des Völker⸗
lebens ausstießß, so flossen auch diese Außerungen nicht
aus einer ernstlich kriegswütigen Zwingsherrn⸗Gesinnung.
Er erlöste sich dadurch vom Verdrängungsweh.
Tobias Buntschuh und Wilhelm von Hohenzollern
befinden sich darum beide heimlich in einer Verlegenheit,
die sie durch den Anschein erdrückendster Überlegenheit zu
maskieren suchen.
Cobias wirft sich zu diesem Zwecke mit Napoleonsgebärden
 in die Brust. Den Kopf in den Schultern, „wie
ein kranker Geier, mit großer Blume im Knopfloch und
dem Monokel im Auge, stolziert er einher.“
Von Wilhelm II. berichtet Weber in seinem
wenig taktvoll geschriebenen Buch: „Vor und nach der
Revolution“*), in der die zahlreichen, an sich lehrreichen
Einzelfälle zu sehr verallgemeinert werden, daß der Kaiser
anläßlich des Chinafeldzuges eines Morgens mit drei
verschiedenen Uniformstücken aus seinem Asbesthause trat.
Jedes Kleidungsstück sollte ein Regiment oder eine
*) Verlag Gebr. Möckel, Leipzig.

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