Full text : Wilhelm II. als Krüppel und Psychopath

Rettung auf. „Was gehen mich diese Leute an? ...
Da trat die Kaiserin hinzu: Wilhelm, du mußt die Men⸗
schen retten. Unwillig wurde der entsprechende Befehl
gegeben.“
Von einem Augenzeugen wurde meinem Freunde
erzählt, daß der Kaiser, als ein geplanter Ausflug ver—
regnete, wutentbrannt einen Stuhl zertrümmerte und
auf seinen unschuldigen Diener mit der Reitpeitsche
einschlug.
Wenn diese Erzählungen auf Wahrheit beruhen, so
sind sie krüppelseelenkundlich durchaus verständlich.
Es sei nur daran erinnert, daß der Fußkrüppel Byron,
so gütig und einfühlend er sich in manchen Stimmungen
verhalten konnte, doch immer wieder auch Augenblicke
hatte, in denen er ganz der negativen Seite seines Ge—
brechens unterlag.
So gebar ihm Jane Clairmont, die Halbschwester der
Gattin Shellys, ein Kind, das Allegra getauft wurde.
Als er der Mutter überdrussig wurde, veranlaßte er, daß
Allegra in ein Kloster der von Sumpfgiften verpesteten
Romagna geschafft wurde. Als nun die verzweifelte
Jane den Vater des Kindes bestürmte, es doch der Gefahr
zu entheben, gab er keine andere Antwort als die kühle
Bemerkung:
„Die Frauen müssen doch immer Szenen machen.“
Als dann die kleine Allegra starb, schrieb Byron gelassen
an Walter Scott: „Die, welche die Götter lieb haben,
sterben jung.“ ...
Der bucklige Lichtenberg, dieser feine und heute noch
bezaubernde Kopf, konnte sich in einer Krüppelstimmung

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