Das Bürgertum so gut wie das preußische Junkertum
wußten, daß die spartakistischen Elemente der zurückflutenden
bewaffneten Massen nur vom organisierten
Proletariat entwaffnet werden konnten. Sie waren klug
genug, Ebert, Scheidemann und Noske zunächst gewähren
zu lassen.
Die Wahlen der Nationalversammlung verliehen dazu
der neuen Regierung alle Rechtskraft.
Schon stieg die Valuta wieder. Schon hob sich die
Arbeitslust. Schon begann der Abbau des schrecklichen
Versailler Friedensvertrages. Die Rechtsparteien konnten
auf starken Zuwachs bei den nächsten Wahlen rechnen.
Die Entwicklung hätte ganz von selbst alle Welt—-revolutionsromantik
überwunden. Aber gerade die Ge—
etzmäßigkeit, welche die neuen Verhältnisse festigte,
empfanden die Phantasten der schimmernden Wehr und
der gepanzerten Faust als unheimlich. Sie grollten der
Weltgeschichte, die ihnen die innigst erträumten Glanzrollen
der Volksbeglückung vorenthielt. So stürzten sie
sich mit heißen Köpfen auf die Bühne und offenbarten in
zwei bis drei Tagen die ganze innere Anfruchtbarkeit ihrer
Rückwãrtsdrängerei.
Wenn man darin ein „Recht des 9. November“ ent—
decken will, so darf man hinzufügen, daß auch der 9. No—
vember dasRecht unverkürzt gelassen hat, sich zu blamieren,
wenn man daran Freude hat.
Präsident Kapp steht nun mit dem Weltallpräsidenten
Bader vor Europas Völkern dadaistisch Arm in Arm.
Es heißt aber auch, daß die demokratische Regierung,
die den Generalstreik proklamierte, jeden politischen Streik
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