bunden. Dennoch weiß ich, daß niemand uns eine größere
Wohltat erweisen kann, als die seelischen Automatismen
auf zudecken, die uns belasten. Haben wir sie einmal er⸗
kannt, so verlieren sie ihre Unheilsmacht. Deine wider⸗
spruchsvollen Handlungen sind auf eine dir von einem
grausamen Schicksal aufgezwungene Ooppelbelastung zu⸗
rückzuführen.
Wir Republikaner wollen nicht wie Or. Tesdorpf und
ihm verwandte Nichtpsychologen dein höheres Ich durch
ungerechtfertigte Schlußfolgerungen verletzten.
Unsere Feststellungen sollen dich über das Chaos, das
dich bedrohte und noch bedroht, unterrichten und dir den
Weg der Selbstüberwindung zeigen, der Entente die
heuchlerische Larve vom Gesichte reißen, den deutschen
Zeitgenossen ihre Mitschuld zum Bewußtsein bringen, die
Monarchie als bloße Durchgangsstufe kennzeichnen und
damit auch die Notwendigkeit der Republik begründen,
die nur die folgerichtige Weiterentwicklung aller gesunden
Keime des Monarchismus ist.
Wir stellen dir die größte, die königlichste Aufgabe,
die dir jemals gestellt worden ist. Wir erwarten, daß dein
sittlicher Wille sich nicht mit deinen kranken Bewußtseinszuständen
verwechselt und daß das Gesunde in dir die
Oberhand gewinnt. Wir alle sind an das Kreuz seelischer
Verhängnisse geheftet. Für uns alle gilt das Wort:
„Und so lang' du dies nicht hast,
Dieses „Stirb und werde!“
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.“
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