Wir danken dem alten Monarchis mus für den Ausbau
des Fürsorgesozialismus, dessen Gemeinschaftssinn der
Massensozialismus noch nicht erfaßt hat.
Der Marxismus blickte einseitig auf die großen Be—
triebe, die Veranstaltungen einfühlenden Hegens und
Pflegens, die Opferwilligkeit echt christlicher Caritas, die
großen Verdienste emsiger Volksgeistlicher um die Krüppel,
Debilen, Idioten, überblickt er noch nicht.
Im großen und ganzen kann man daher wohl be—
haupten, daß die konservativen Gruppen immer sehr viel
Sinn für die Eigenart der Gemeinschaftsarbeit, für Hei—
matpflege, für das Gemütsleben des ländlichen Volkes
gehabt hat, wãährend der Sozialis mus ein schärferes Auge
für die Wirkungen der mechanisch sich abspielenden großen
Betriebe, des Weltverkehrs, des Massenlebens in der
Großstadt hat.
Die sachlichen Forderungen der Distribution, des
Warenkreislaufes, des kaufmännischen Waltens und die
Unentbehrlichkeit der geistigen Freiheit für Wissenschaft,
Kunst, Gewissen und Andachtspflege nahm achtsamer als
beide der Liberalismus in seinen Schutz.
So entfalteten sich in der Beobachtung des Volks⸗
lebens ganz von selbst eine gewisse Arbeitsteilung.
Die gegenwärtige deutsche Demokratie folgt hierin
der Entwicklung.
Sie will das gesamte Gruppenleben durch eine
Führung übergipfeln, welche die Eigenwerte aller ver—
schiedenen Gruppen zu wechselseitiger Befruchtung zu⸗
sammenführt.
So handelte der Kultusminister Hänisch ganz in ihrem
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