Spenglers zu übernehmen, dann ließe sich auch vom
demokratischen Standpunkte aus mit ihnen reden.
Auch wir sind, wo es das Leben selbst irgendwie
fordert, konservativ in der Anknüpfung an das Gegebene,
wenn wir auch als folgerichtige Lebensdiener freiheitlich
in der Zielsetzung sein müssen.
Auch wir stehen kritisch zu aller Veräußerlichung, zu
der einseitigen Bewertung der Beziehungen nach Tausch
und Kontrakt, nach Leistung und Gegenleistung, nach
einseitig technischen oder finanziellen Normen.
Wir vertreten den Bildungssozialismus, der von der
Gemeinschaft, nicht von der Gesellschaft ausgeht.
Wir stützen uns hierin auf die klassische Soziologie
von Ferdinand Tönnies“), der als Kulturforscher sich zur
Demokratie bekennt. Wir knüpfen dabei an den ersten
Vorkämpfer einer organischen, vom Nahen zum Fernen,
vom Bekannten zum Anbekannten, vom Einfachen zum
Entwickelteren, stets auf das Leben der Familie hin—
schauenden Erziehung an. Wir wollen nichts überstürzen,
allerdings auch nicht krebsen.
Im Kultusministerium könnte trotz der politischen
Schwierigkeiten vielleicht doch ein frischerer Wind wehen.
Wir fühlen uns also allen wahren Volksfreunden im
deutschnationalen Lager, insbesondere in der Betonung
unseres Deutschtums — gerade in Zeiten der Er—
niedrigung und Schmach muß man sich seines Volkstums
stolz bewußt sein, — sofern sie ehrlich den volksorganischen
Fortschritt anstreben, durchaus eins.
*) Soziologie v. Ferd. Tönnies „Gemeinschaft und Gesellschaft“.
Berlin, Verlag v. Curtius.
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