zogene Nahrung mit dürrer, markloser Gestalt ganz für
die Ahrenkinder aufwenden müßt.“
„Dank für euer Bedauern!“ raschelten die Ahrenhalme
in vielstimmigem, harmonisch geübtem Chor. Doch die
Verhältnisse sind für uns nicht ganz so schlimm, wie sie
euch anmuten. Eure äußerlich widerstandsfähiger er⸗
scheinende Gestalt trotzt lange nicht so stark dem ver—
nichtenden Sturm, wie unser sehniger Leib. Und wir
sind durch die drängende Enge, in der man uns auf⸗
wachsen ließ, zu einer machtvollen Einheit geworden. Zu
ei nem Verband, der beigegenseitigem
Schutz die ärgsten Stürme überdauern
und der uns sicherer das Ziel des rei—
fenden und nährenden Lebens er—
zwingt . ..“
Dem noch nicht demagogisch entarteten Konservativismus
war auch ein sozialer Gedanke eigen, der Lebenskraft
in sich trug und der auch noch heute in uns nicht tot
ist: Der Gefolgschaftsgedanke.
Die tatfrohe Gefolgschaft, die sich mit ihrem Führer
zur unbedingten Treue verwob, die als Hagentreue sich
für den ganzen Menschen im Herzoge oder Könige mit
all seinem Guten und Bösen einsetzte, war die Vorstoß
gewalt des deutschen Gruppenlebens.
Sie vermählte Hingabe und kühnen Tatmut in sich
und adelte so den ganzen Mann.
Aus den kriegerischen Gefolgschaften erwuchs in der
Verknüpfung mit den häuslichen, religiösen und beruf⸗
lichen Gemeinschaften die kunstvolle Gliederung des
Feudalismus.
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