mehr in charakterlosen Opportunismus. Er hing dem
Wahne einer Entwicklung nach, „die Bewußtsein, doch
nicht BewußtseinsFührung, Vorgänge, doch nicht Vor—
nahmen, Gegensätze, doch nicht das tatlebendige Ab—
ttufen der Gegensatzspannungen“ anerkannte.
Das Bürgertum verfiel in weiten Schichten der
Psychologie ohne Seele, „der Tatforderung ohne Tatvollstrecker,
der Freiheit ohne den inneren Schwebepunkt
der Tatführung“, der Persönlichkeit ohne ein wahres Ich
(Schlüter).
Das „Als ob“ sollte die Wirklichkeit der schöpferischen
Vernunft ersetzen.
Die Welt der Werte sollte ohne wertendes Leben vor⸗
handen sein.
So wurde das deutsche Volk notwendig zu einer Masse
ohne geistigen Kern.
Phantasie⸗Suggestionen, Illusionen über die deutsche
Machtexpansion oder über die Weltrevolution wurden
zum dürftigen Ersatz für die Anschauung des Eigenkönnens,
die der deutsche klassische Idealismus, wenn nicht voll⸗
endet, so doch vorbereitet hat.
Wir steckten alle in einem Scheinidealismus ohne
lebendige Idee, in einer Wirklichkeit ohne Wirksamkeiten,
in einer Biologie ohne Leben, bis Willy Schlüter auftrat.
Er macht zuerst die Tat in ihrer „freien Führungsschwebe“
geistig sichtbar.
Er stellt die Menschheit zum ersten Male auf ihre
Füße.
Es bedarf allerdings gründlichster Selbstbesinnung
auf die Weltüberlegenheit alles wahren Tuns, um dem
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