Full text : Wilhelm II. als Krüppel und Psychopath

Das alles mußte zu dem Schmutz führen, der nun
vor uns liegt.
Man hat die gesamte Wirtschaft den Kriegsbedürfnissen
 gewaltsam anpassen, eine Regelung der Ernäh⸗
rungsverhältnisse einführen müssen, die auf die Dauer
einfach nicht innezuhalten waren.
Dadurch hat man den Selbsterhaltungstrieb jedes ein⸗
zelnen notwendig in immer schärfere Spannung zur
Moral gesetzt. Strenge Befolgung aller, dazu vielfach
einander kraß widersprechender Vorschriften, wurde zum
Selbstmord.
Auch die Kriegsanleihewirtschaft war wesentlich deko⸗
rativ, man operierte mit künstlich aufgebauten großen
Zahlen, die sich nach dem Zusammenbruch als Produkte
der betriebshaft durchsichtig durchgeführten Massen-Sug—
gestion erwiesen.
Auf diese Weise erzeugte man schon im Kriege sämt—
liche Vorbedingungen für den moralischen und ökonomischen
 Bankrott, für den Machiavellisten des bürgerlichen
Verdrußaffektes die redlichem Gewerkschaftsmänner, die
sich an die staatliche Spitze stellten, nachträglich für alles
verantwortlich machen.
Aber auch der Hohenzoller war schon ohnmächtig
gegen das Aufkommen der neuen Parvenüs der Kriegs—
gewinne und schlauen Schiebung.
Das Dekorum der Monarchie wies in den letzten
Jahren des Krieges schon bedenkliche Löcher auf.
Sie konnte nur für sehr wenig scharfe Beobachter den
Schmutz der Verwilderung unter nationalen Attrappen
oerstecken.

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