wälzen wollten, so braucht man uns als Oeutsche insgesamt
im Bereich der Entente als Ablenkungsziel.
Das ist die Weisheit, bei der die Realpolitik, hüben
und drüben, angelangt ist. Man kann Europa, kann
Deutschland nicht ins Gleichgewicht bringen, also schürt
man das Völkerchaos unentwegt weiter.
Nach uns die Sintflut!
Man kennt den hohlen Gefühlsschwalm der Nichtdenkenden,
das unfruchtbare Brüten und Brodeln der
Verstimmten und glaubt durch listig erklügelte Ver—
dächtigungen sich von oben zu halten oder wieder nach
oben zu kommen.
Darum muß die Verwüstung des nördlichen Frank—
reichs immerfort den Grimm gegen uns Deutsche aufs
neue nähren.
Ihren Triumph über den verheerenden Einfall der
Russen in Ostpreußen stellt die Entente als harmlos hin.
Und unsere Revolutionshasser fabeln fortgesetzt von
dem Dolch, mit dem die Heimat das Heer von hinten
überfallen haben soll.
Oas zähe Verzögern des gleichen Wahlrechts in
Preußen, das nervöse Umfallen Ludendorffs, die krüppel⸗
psychopathische Vatlosigkeit des Hohenzollern in der
Oktoberkrise sind für sie belanglos.
Kein einziger bahnbrechender neuer Gedanke geht
dabei von der Reaktion aus.
Sie erschöpft sich in Gesinnungsäußerungen und
Forderungen, holt alle wurmstichigen Vorurteile aus
dem Schutt der Vergangenheit wieder herauf, kehrt
1909