Kreuze des Gotteshauses als Architektenzeichen ein Stern,
der dem Kaiser als Laien unbekannt war und der seinem
„Kunstverständnis“ imponierte.
Bei der endgültigen Ausfertigung der Pläne war das
Architektenzeichen natürlich verschwunden. Der Kaiser
war höchst empört über das eigenmächtige Fortlassen des
von ihm bewunderten Sterns. Als er anordnete, daß das
Architektenzeichen uber das Kreuz gesetzt werde, wagte
der untertänige Baumeister aus Angst vor dem Schicksale
des Cornelius nicht einmal die sachlich geforderte Ent—
gegnung, und der Stern kam als Symbol des Knechtsinns
auf das Kreuz.
ODer folgsame Baumeister hätte gewiß die Erbsensuppe,
mit welcher der psychopathische Friedrich Wilhelm IV.
eines Tages bei der Hoftafel, wie uns erzählt wird, selbst⸗
herrlich seinen Kopf zu waschen geruhte, nachträglich
wonneselig ausgelöffelt.
Es sei jedoch genug mit den angeführten Proben, zu
denen jeder Deutsche, und wenn er nur Zeitungen liest,
auch heute noch Seitenstücke in überreichlicher Menge
bringen kann.
Alles Oumpfe, Morsche, Vermodernde, das in den
Gluten der Knechtsschwärmerei ein Scheinleben fand,
sehnt sich auch leider heute noch nach dem überlebten
Schwulst der Kaiservergötterung zurück.
Feste Pensionen, gesicherte Renten, kleine Napoleonsstellungen
im Büro, in der Anstalt, der Fabrik, Epau⸗
lettenglanz, Ordensflitter, das alles bedeutete „Kaiser
Wilhelm“ für viele Leute mit deutschem Aamen.
Der Hauswirt, dem die Mieter rebellisch werden, der
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