schen als das Ziel der Kulturentwicklung schon längst auf
gestellt hatte, auf den Lehrstühlen immer noch überall
vertreten war.
Wenn dennoch keine ernsthaften Schritte zur Erhellung
des bloßen Durchgangscharakters des Monarchismus voll⸗
zogen wurden, so lag die Schuld bei den geistigen Führern,
die trotz ihres heimlichen Besserwissens Nutznießer der
groben Veräußerlichung des Kaisergedankens wurden.
Auch unter unseren Gebildeten herrschte ein krankhaftes
Schielen nach dem Thron. Sie überschlugen sich in Ver⸗
ehrungsbekundungen vor dem Monarchen.
Dadurch haben sie das Recht auf die Schuldigsprechung
des Hohenzollern gleichfalls verwirkt.
9at nicht selbst Oeußen in seiner Rede zur Kaisergeburtstagsfeier
im Jahre 1801*) der HoffnungAusdruck
gegeben, daß der Kaiser uns „von Goethe zu Homer und
Sophokles, von Kant zu Parmenides und Plato“ führen
werde? Eeite 41.)
Nennt Or. Hans Zimmer in seiner „Volkstumsstudie“:
Kaiser Wilhelm II. als Deutscher“*v) den Kaiser nicht
nur einen „echten Deutschen“, sondern den „Typus des
Deutschen ?“
Ein Krüppelpsychopath die Quintessenz von Kant und
yerder, Goethe und Hegel, von Meister Eckehart und
Schelling!!
„Sein Wesen ist unser Wesen, jeder einzelne von uns
besitzt ein Stück von seinem Wesen.“ (S. 90.)
v) Deussen: Der kategorische Imperativ. Verlag Lipsius und
Tischer, Kiel.
*) Or. Hans Zimmer: Kaiser Wilhelm II. als Oeutscher. Eine
Volksstudie. Concordia Deutsche Verlagsanstalt, Berlin AW.
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