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Zum Personal einer solchen Versorgungsstelle gehören eine oder mehrere
Fürsorgeschwestern, welche die Kinder in ihren Familien aufsuchen und die
Durchführung der ärztlichen Verordnungen überwachen. Größere Städte des
Auslandes holen ihre Kinder durch Omnibusse von bestimmten Sammelstellen
nach solchen Tagesheimen“, wo sie Behandlung finden, geeignete Ernährung,
Beschäftigung und vor allem Unterricht. Am Abend werden die Kinder auf dem—
selben Wege wieder nach Hause gebracht. In Frankreich und Belgien gibt es Arbeits—
häuser, in welche die erwachsenen Krüppel kommen, um in den verschiedenen
Werkstätten zu arbeiten; sie werden tagsüber gespeist, finden stets Arbeitsgelegenheit
und haben weder mit der Besorgung von Arbeiten, noch mit dem Verkauf oder
Gängen zur Kundschaft Verlust und Kosten, so daß sie selbst bei verminderten Arbeitsmengen
auf Einkünfte kommen, die ihnen ein bescheidenes, aber doch selbständiges
Dasein gewähren. Ahnliche Einrichtungen in sinngemäß abgeänderter Form
der Heimarbeit würden sich in Deutschland leicht an bestehende Krüppelheime oder
Krüppelversorgungsstellen angliedern lassen.
Wünschenswert ist es, daß den Krüppelkindern und ihren Begleitern freie
Fahrt auf den öffentlichen Verkehrsmitteln gewährt wird, wie das in
Dänemark schon seit Jahrzehnten der Fall ist. Zurzeit haben nach einer Verfügung
des Reichsverkehrsministers die Krüppel mit ihrem Begleiter nur den halben Preis
3. Klasse zu zahlen bei Reisen zur Aufnahme in ein Krüppelheim und bei Reisen
nach und von Krüppelfürsorgestellen zwecks Besuchsbehandlung. Das Krüppel—
kind bekommt von dem Kreiswohlfahrtsamt einen Ausweis über die Bedürftigkeit
und daraufhin den Fahrpreisermäßigungsschein von der Anstalt oder der Ver—
sorgungsstelle, zu der es hinfährt.
Während das Ausland schon seit langem die ambulante Krüppelschule hat,
ist diese Einrichtung in Deutschland noch wenig ausgebildet; in Berlin ist ein Versuch
in der Inflationszeit wieder aufgegeben, in Breslau eine solche Schule jetzt wieder
in Tätigkeit. In dem Maße aber, wie sich die ambulante Krüppelfürsorge weiter
vertieft, indem alle Elemente der geschlossenen Krüppelfürsorge in offener Form
entwickelt werden, wird auch die Schule innerhalb einer solchen Krüppelversorgungs—
stelle zu ihrem Rechte kommen müssen. Es gehören dahin alle diejenigen Kinder,
denen ihr körperliches Gebrechen den Aufenthalt in der öffentlichen Voll- oder
Hilfsschule nicht ermöglicht, und die doch in einem Krüppelheim nicht zu sein brauchen,
z. B. weil ihr Leiden, etwa eine tuberkulöse Gelenkentzündung, abgeheilt ist. Der
Vorteil für das eine ambulante Krüppelschule besuchende Kind besteht darin, daß
es darin nicht nur den zweckmäßigsten Unterricht nach den Methoden der Krüppel—
pädagogik empfängt, sondern zugleich auch sich einer Behandlung oder not—
wvendigen orthopädischen Übungen unterziehen kann und jedenfalls dauernd
unter Aufsicht eines Orthopäden steht, der seinerseits mit dem Lehrer Hand in
Hand arbeitet.
Ein besonders schwieriger Anteil der ambulanten Krüppelfürsorge ist die
Berufsberatung und -ausbildung. Für die Beratung besteht das sehr schwierige
Hindernis, daß über das Kind gar keine zuverlässigen Beobachtungen vorliegen
und man auf die einmalige Untersuchung und den damit verbundenen Eindruck
angewiesen ist. Hier würden jährlich ausgestellte Zeugnisse und Fragebogen