Vorwort zur dritten Auflage.
Das Grundgerüst der zweiten Auflage ist beibehalten worden, doch wurden
in die einzelnen Kapitel alle Fortschritte und Neuerungen eingetragen. Vor allen
Dingen sind die reichsgesetzlichen Bestimmungen aus dem Reichsjugendwohlfahrts⸗
gesetz und der Reichsverordnung über die Fürsorgepflicht wiedergegeben und
dazu von jedem Lande die Ausführungsbestimmungen zur Reichsverordnung
angeführt. Im ärztlichen Anteil und ebenso in dem pädagogischen sind die fort—
geschrittenen Auffassungen niedergelegt und Veraltetes beseitigt. Der letzte
Abschnitt bringt in derselben Vollständigkeit wie die erste Auflage des Leitfadens
alle Krüppelfürsorgeeinrichtungen in Deutschland und Osterreich, die wir Ende
1925 zusammengestellt haben. Diese tabellarische und sehr genaue Übersicht, in
welcher der Charakter des Heims, seine Bettenzahl, die Pflegesätze, die ärztlichen,
pädagogischen, schulischen Einzelheiten, die Werkstätten, Berufsberatung, Personal—
bureau, alle Nebenumstände ausführlich gebracht werden, erscheint nur an dieser
Stelle und wird sonst nicht veröffentlicht.
Die Bilder sind zu einem großen Teil erneuert und ersetzt worden, weil die
alten überholt oder die Druckstöcke nicht mehr verwendbar waren. Sie stammen,
wo es nicht ausdrücklich anders angegeben ist, aus dem Oscar Helene-Heim.
Auch die dritte Auflage hat allen Vorstandsmitgliedern der vier im Titel
genannten Gesellschaften in den Revisionsabzügen vorgelegen und ist von ihnen
gutgeheißen worden, so daß auch diese Auflage als der Durchschnitt der Auffassungen
aller Fachleute Deutschlands angesehen werden darf. Sie hat den Titel
„Grundriß“ bekommen, weil Umfang und Inhalt den Rahmen eines „Leit—
fadens“ nunmehr doch erheblich überschreiten, denn es ist wohl alles, was
über Krüppelfürsorge gesagt werden kann, fast schon nach Art eines „Lehr—
buches“, erörtert worden.
Für die Beihilfen und Abbürdungen, welche die vier Gesellschaften, dazu das
Oscar Helene-Heim und sein Museum geleistet haben, danke ich an dieser Stelle
aufrichtig, denn nur dadurch wurde es möglich, den Preis so niedrig zu halten.
Berlin-Dahlem, im Herbst 1926.
Konrad Biesalski.