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eine chirurgisch-orthopädische Klinik, eine leistungsfähige orthopädische Werkstatt,
eine auf solche Fälle eingerichtete Schule mit Berufsausbildung, wo die Kinder
von den anderen Schicksalsgenossen allerlei kleine Fertigkeiten absehen können.
Die Ohnhänderabteilung im Oscar Helene-Heim hat bisher alle ihre Insassen, etwa
80, zur Erwerbsfähigkeit bringen können. Die Kinder lernen zunächst mit be—
helfsmäßigen Vorrichtungen essen, trinken, schreiben, stenographieren, Schreib—
maschine, und werden nötigenfalls mit plastischen Operationen versehen und
schließlich mit geeigneten Kunstarmen ausgestattet, an denen die Hauptsache
eine gute Greifhand oder Klaue ist. Doch greifen viele Ohnhänder zu den ein—
fachen Behelfsmitteln zurück und kommen mit einem einfachen Drahthaken oder
einer Lederschlinge aus.
Bleibt ein Gelenk trotz aller Bemühungen doch steif, z. B. weil es selbst
entzündet war, so kann es in manchen Fällen wieder beweglich gemacht werden.
Mit besonders gutem Erfolg ist das am Ellbogen und am Kniegelenk ausgeführt
worden. Aus den knöchernen Verwachsungen wird ein neues Gelenk geformt
und, um eine erneute Verwachsung zu verhindern, werden meistens Weichteile
dazwischen gelagert. Voraussetzung dafür ist die Erhaltung der normalen Muskel—
kraft. Nicht operationsbedürftige Gelenkversteifungen werden durch Heißluft,
Massage, Medikomechanik geheilt.
Nach Möglichkeit sollte, wo es irgend erreichbar ist, bei jeder Verletzung eine
Röntgenaufnahme gemacht werden, weil sich herausgestellt hat, daß auch die
sogenannten Verstauchungen der Gelenke, wenn sie nicht ganz leicht sind, nur selten
abgehen, ohne daß der Knochen verletzt ist. Wenn das nicht durch das Röntgenbild
nachgewiesen ist, kann leicht eine für den Gebrauch unzweckmäßige Stellung heraus—
kommen. Z. B. bei der Verstauchung des Fußes mickt ohne äußerlich erkennbare
Formveränderung ein Knöchel ein. Wird er nicht geradegestellt, so entsteht schwerer,
später nur durch Operation heilbarer Plattfuß.
Ahnliche Wirkungen wie' eine Verletzung können Entzündungen haben, be—
sonders der Knochenfraß, der sich im Mark und in der Beinhaut der großen
Abb. 68. Quengelgips zur unblutigen und schmerzlosen Geraderichtung eines zwangsmäßig nach Lähmung
gebeugten Knies. Das eingebaute Doppelgelenk hebt den Unterschenkel zu gleicher Zeit etwas nach vorn.