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zufassen und zwar so, wie es gegenständlich auf der Dresdener Ausstellung 1911
und 1926 auf der Gesolei in Düsseldorf geschah, und das für den Laien Wesent—
lichste aufklärend hervorzuheben.
1. Die Rückgratsverkrümmung
ist nicht üUberwiegend eine Folge der Schule, schlechter Schreibhaltung oder un—
zweckmäßiger Bänke, sondern zu einem nicht geringen Prozentsatz die Folge einer
angeborenen Mißbildung der Wirbelsäule, die sich gar nicht sofort bemerkbar
zu machen braucht. Ein anderer großer Teil beruht auf Rachitis, allgemeiner
Schlaffheit der Muskulatur und Bandapparate, Erweichungsvorgängen in
den Knochen namentlich während der Periode schnellen Wachsstums, Über—
anstrengung der Kinder mit körperlicher Arbeit, verbunden mit mangelnder
Nachtruhe und schlechter Ernährung uswp. Dabei können Veränderungen in
der Statik der Körperhaltung durch Verkürzung eines Beines (X-Bein), Mehr—
belastung einer Seite (Plattfuß) u. a. verschlechternd mitwirken; eine rein statische
Rückgratsverkrümmung d. h. eine solche, wo eine gesunde Wirbelsäule durch ver—
änderte Statik, etwa Amputation eines Beines, sich krankhaft verändert, gibt es
nicht, wie die zahllosen Beispiele der Kriegsbeschädigten beweisen. Die Kinder
bringen die Veranlagung zur Rückgratsverkrümmung aus vielerlei Ursachen in die
Schule mit; dort kann sich diese Veranlagung weiter ausbilden, zum Teil unter
schädigenden Einflüssen von Seiten der Schule, keinesfalls oder doch nur selten aus
Gründen, die nur im Schulbesuch liegen. Der Hauptgrundsatz, den sich der Laie ein—
prägen muß, lautet: es gibt keine Selbstheilung der Rückgratsverkrümmung. Der
alte Glaube, „so etwas verwächst sich“, ist grundfalsch und nur zu häufig die Ursache
dafür, daß rechtzeitige Behandlung versäumt wird und unaufhaltsame Verschlechterung
eintritt. Kommt eine Rückgratsverkrümmung in sachgemäße Behandlung, sobald nur
die ersten Anfänge festgestellt sind, so kann mit der größten Wahrscheinlichkeit
damit gerechnet werden, daß Heilung oder wenigstens keine Verschlechterung
erfolgt. Schreitet die Rückgratsverkrümmung fort, so treten mehr oder minder
schwere Formveränderungen der einzelnen Wirbelknochen ein. Diese können
niemals geheilt werden. Man
kann auch in diesem Stadium noch
einer weiteren Verschlechterung vor—
beugen, auch eine mäßige Besserung
erzielen, keinesfalls aber Heilung in
dem Sinne, daß die Wirbelsäule
wieder gerade wird, wie eine ge—
sunde.
An dieser Tatsache ändern alle
reklamehaften Anpreisungen der
Kurpfuscher männlichen und weib—
lichen Geschlechts nichts, welche im
Besitz besonderer Heilmittel zu sein
vorgeben, ebensowenig, die „erstaun—
Abb. 56. Einfacher Nachbehandlungs- und Nachtapparat
aus Holz für unblutig redressierten Klumpfuß.