Full text : Grundriß der Krüppelfürsorge

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waren, z. B. orthopädische Klinik mit Schule oder mit Werkstätten oder wenn
nur Schule und Werkstätten, wie etwa in Krüppelsiechenanstalten, oder wenn
wenigstens nur Schule oder nur Werkhkstätten bestanden.
Diejenigen Anstalten, in welchen nur eine orthopädische Klinik war, konnten
nicht aufgenommen werden, weil ihnen erstlich das wichtigste auf die unmittel—
bare Erwerbsbefähigung gerichtete Instrument in Schule oder Werkhstatt fehlte
und ferner darum, weil ja dann jede öffentliche oder private Abteilung für Chi—
rurgie, Orthopädie, Pädiatrie und Neurologie hätte aufgeführt werden müssen,
denn in allen diesen Abteilungen befinden sich dauernd Krüppel in ärztlicher
Behandlung, durch die eine Besserung der Erwerbsbefähigung erzielt werden soll.
Von den Krüppelversorgungsstellen konnten auch nur diejenigen aufgenommen
werden, die in einem unmittelbaren Zusammenhang mit einem der in der
Statistik aufgeführten Krüppelheime standen, gleichgültig, ob diese ambulante
Krüppelversorgungsstelle von dem Heim selber betrieben wurde oder ob sich
daran eine Behörde beteiligte bzw. sie allein in Betrieb hatte. Auch hier durften
die Grenzen nicht weiter gezogen werden, weil ja sonst sämtliche Kreisämter hätten
aufgeführt werden müssen, die heute gesetzlich zur Krüppelfürsorge verpflichtet sind
und sehr häufig auch eine Krüppelversorgung in irgend einer Form betreiben.
Im ganzen zählt die deutsche Krüppelfürsorge 78 Heime, davon 68 der freien
Wohlfahrtspflege und 10 behördliche. Die Anzahl der Fürsorge- und Beratungs⸗
stellen ist 34. 53 Heime betreiben Gartenbau, Feldwirtschaft und Viehzucht.
Evangelisch sind 32, katholisch 23, interkonfessionell 283, doch nehmen alle,
mit zwei Ausnahmen, Kinder jeden Bekenntnisses auf. Die Gesamtzahl der Betten
ist 10877, davon gehören der freien Wohlfahrtspflege 9297, Behörden 15803; die
evangelischen Anstalten haben 4817, die katholischen 3191, die interkonfessionellen

Abb. 118. Lehrer mit Amputation des rechten Unterarms und Fischerhand (Modell O. H. H.).
Sie kann mit großer Kraft zufassen, kann die mit einer Kartoffel beschwerte Gabel halten und ist
eine richtige Arbeitshand. Man kann aber auch eine Pinzette beim Zupfen von Blumenblättern
benutzen. Der Lehrer hat die Hand seit 10 Jahren im Gebrauch, ohne daß sie sich verändert hätte.
Er benutzt sie täglich zum Radfahren, wobei er mit der Kunsthand die Lenkstange hält.