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faßt sie nahezu sämtliche Landesverbände sowie Heime und Fürsorgestellen Deutschlands
und Deutsch-Osterreichs und hat es in den ersten Kriegsjahren bis zu einer Mitgliederzahl
von 3000 Körperschaften und Einzelpersonen gebracht. Zurzeit zählt sie rund
1500 Mitglieder. Ihr Organ ist die Zeitschrift für Krüppelfürsorge, Heraus—
geber: Prof. Dr. Biesalski und Erziehungsdirektor Hans Würtz, Verlag Leopold
Voß-Leipzig. Einzelmitglieder der Deutschen Vereinigung für Krüppelfürsorge
zahlen einen jährlichen Beitrag von 10 Mk. Korporationen 30 Mk. und er—
halten die im 19. Jahrgang erscheinende Zeitschrift unentgeltlich geliefert, die offi—
zielles Organ der Deutschen Vereinigung, des Preußischen Landesverbandes und
des Sächsischen Landesausschusses für Krüppelfürsorge ist. Alle zwei Jahre findet ein
Kongreßstatt, bisher in Berlin, München, Heidelberg, Köln, Wien, Berlin, Dresden,
Königsberg; der diesjährige ist in Nürnberg abgehalten worden; der nächste findet
1928 in Braunschweig statt. Die Verhandlungen der Kongresse sind teils in der Zeit—
schrift für Krüppelfürsorge, teils als Sonderhefte der „Deutschen Krüppelhilfe“,
Verlag Leopold Voß, erschienen und enthalten sehr wertvolles Material.
Dem geschlossenen Vorgehen der Deutschen Vereingung ist es zu danken, daß
allmählich die Behörden die Bedeutung der Krüppelfürsorge für die gesamte Volks—
gesundheit anerkannt haben (s. S. 60). Zu Veranstaltungen und Leistungen der Ver—
einigung gehören: Die Anregung und Bearbeitung der amtlichen Zählung jugend—
licher Krüppel im Jahre 1906, die Errichtung eines Pavillons für Krüppel—
fürsorge auf der Internationalen Hygiene-Ausstellung 1911, durch den im Laufe des
Sommers 320000 Menschen hindurchgingen. Als der Krieg begann, hat die Deutsche
Vereinigung durch Rundreisen ihres Schriftführers, durch Vorträge und Herausgabe
von Aufklärungsschriften (s. Literatur, Abschnitt 8), sowie durch die Errichtung einer
Gruppe auf der Ausstellung für
Verwundeten- und Krankenfürsorge
1914/15 die deutsche Kriegs—
beschädigtenfürsorge auf den
richtigen Weg gewiesen. Schon
Anfang 1915 waren alle leitenden
Gedanken der Kriegskrüppelfürsorge
aufgestellt, die auch heute noch
zültig sind: Ein orthopädisches
Lazarett ist nichts anderes als ein
Krüppelheim mit Klinik, Schule,
Berufsausbildung und -beratung
keine Wohltat, sondern Arbeit
für die verkrüppelten Krieger —
Zurückschaffung in die Heimat und
die alten Verhältnisse, womöglich
in die alte Arbeitsstätte — Ver—
streuung unter die Masse des
schaffenden Volkes, als wenn nichts
geschehen sei —. Es gibt kein
Krüppeltum mehr, wenn der
Abb. 112. Ohnhänder. Nur rechts kurzer Oberarmstumpf
mit individuellem Armersatz und Fischerhand.
Jetzt Oberpostsekretär und Leiter eines Postamtes.