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vermag, als ein gesunder, und er wird gleich diesem Flickschuster, so bleibt er in
seinem Tageslohn hinter dem andern zurück. Lernt er dagegen elegante Damen—
schuhe machen — und es genügt dabei, daß er auf ein einzelnes Stück Ware ein—
gearbeitet ist —, so kann er denselben Tagesverdienst erwerben, wie ein gesunder
Flickschuster, obwohl er der Stückzahl nach weniger erzeugt.
Am besten sind diejenigen Erwerbe geeignet, welche wenig Konkurrenz haben;
das werden im allgememen solche Fertigkeiten sein, bei denen künstlerische Werte
oerwandt werden können. Alle Krüppelpfleger sollten es sich angelegen sein lassen,
für ihre Handwerksstuben und die mit ihnen in Verbindung stehenden entlassenen
Zöglinge Vorwürfe von guten modernen Künstlern und Kunsthand—
werkern zu beschaffen, wie sie jetzt in jeder größeren Provinzialstadt vorhanden
ind, von den zahlreichen vortrefflichen Zeitschriften abgesehen. Auch die Fort—
bildungs- und Fachschulen sollten darauf achten, hierin erzieherisch zu wirken und
den Farben- und Formensinn zu bilden. Ein Wäschekorb, eine Handarbeit im alten
Stil, ein Schrank mit Muschelaufsatz wird im Preise mit der gleichartigen Fabrik—
ware nicht konkurrieren können. Fertigt die Werkstatt aber Weidenkörbchen mit
moderner Bemalung, geschmackvolle und auch eine anspruchsvolle Häuslichkeit
zierende Ruhekissen oder Teppiche oder Klöppelspitzen, macht sie Möbel nach Künstler—
entwürfen, so steigt der Preis unverhältnismäßig, obwohl Materialverbrauch und
Arbeitszeit etwa dieselben bleiben, allein durch den der Ware einverleibten Kunst—
wert. Kunst im Handwerk sei die Parole, die dem Krüppel Freude schafft und die
Entlohnung steigert.
An der Spitze jeder Werkstatt steht ein geprüfter Meister, der die Lehrlinge
bei der zuständigen Innung eintragen läßt;: die Anstalt als Lehrherrin schließt mit
Abb. 106. Tischlerlehrling mit angeborener Spaltbildung der Hände und Füße.
Eine besondere Vorrichtung ermöglicht es ihm, den Hammerstiel zu fassen.
Hat seine Gesellenprüfung mit „Gut“ bestanden.