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Abb. 91. Kindergarten mit Betätigung nach freier Wahl.
dem Grunde, daß die beste Bekämpfung der seelischen Verbildung die
ist, sie gar nicht erst entstehen zu lassen.
Die Zahl der erwachsenen Krüppel ist mindestens doppelt so groß, wie die der
jugendlichen. Sie sind zum größten Teil als Unfallverletzte Rentenempfänger
Unfallrentiers, wie sie der Volksmund nennt), haben also schon ärztliche Ver—
sorgung und Unterstützung und vielfach gar nicht den Wunsch, ihr Krüppelleiden,
welches die Voraussetzung für den Bezug der Rente ist, zu verlieren. Viele gehen
unaufhaltsam im Vagabundentum oder in der Bettelei zugrunde. Ein großer
Berliner Verein, der mit ausreichenden Geldmitteln und unter durchaus sach—
berständiger Leitung sich den erwachsenen Krüppeln widmen wollte, hat nach mehr—
jährigem Bestehen sich aufgelöst, weil es ihm nicht gelungen war, auch nur einen
bon der Straße aufgelesenen erwachsenen Krüppel in der ihm zugewiesenen
behaglichen Wohnung und bei der leichten aufgetragenen Arbeit längere Zeit
festzuhalten. In mehreren Großstädten bestehen Vereine, die Unfallverletzten
Arbeitsgelegenheit beschaffen.
Dem gegenüber steht der im höchsten Grade pädagogischen Einwirkungen
zugängliche Krüppel des jugendlichen Alters.
Ihrer geistigen Beschaffenheit nach waren von den insgesamt gezählten jugend—
lichen 75183 Krüppeln 68198 geistig gesund, gleich rund 886 vom Tausend. Die
schulpflichtigen sind an dieser Zahl beteiligt mit 344336 — 97, 80/0, d. h. von 100 schul⸗
pflichtigen Krüppeln sind nur 2,2 geistig nicht gesund. Schwachsinnig und
blödsinnig waren 6481. Obwohl 5546 Schwachsinnige im schulpflichtigen Alter
gezählt waren, hatten doch nur 833 einen für sie passenden Unterricht erhalten.
3423 Krüppel im schulpflichtigen Alter waren, obwohl bildungsfähig, überhaupt
noch ohne Unterricht.