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Besonderheiten der Bewegung oder auf die Eigentümlichkeiten des Ausgleichs der
durch körperliche Hemmung bedingten Unsicherheiten.
Der Pädagoge fordert: „Jedes schulfähige Krüppelkind gehört in eine be—
sondere Krüppelschule, in der unter Berücksichtigung der verschiedenen Gebrechen
nach bestimmten Methoden auf Grund einer besonderen Krüppelseelenkunde unter—
richtet wird.“
Wie aber hat man den Krüppel zu behandeln?
„Wie einen Kranken!“ urteilt folgerichtig der Arzt.
„Wie einen im Bewußtseinszustande Beengten,“ erklärt der Psychologe.
Der Pädagoge muß von seinem Arbeitsstandpunkte aus sagen: „Wie ein
Freiheitswesen, das sich die innere Einstellung auf die Eigentätigkeiten selbst geben
darf und kann! Man trage rhythmische Kräfte in die Hemmungsnot der Krüppel,
beseele sie mit Arbeitsfreude und Lebensmut und lasse dann die sittliche Freiheit
im Gebrechlichen als ehernen Willen zu gemeinnütziger Tüchtigkeit alles Weitere
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als unter den Schönheitsfehlern und Entstellungen ihres Außeren. Der Arzt muß
sich deshalb auch dieser Äußerlichkeiten liebevoll lindernd annehmen.“
Natürlich ergibt die Wechselwirkung zwischen Seele und Körper eine
inendliche Fülle von Bildern, deren Wesen durch die Art und Weise bedingt ist,
wie sich der Krüppel infolge seiner Bewegungsbehinderung auf die Gemeinschaft
der Gesunden einstellt; es sind also seelische Schwächen, die aus sozialer Auf—
einanderbeziehung hervorgehen.
Drei Gruppen von Krüppeln sollten der Vergangenheit angehören: das sind
die Profitkrüppel, die künstlich verunstalteten Bettler, wie sie früher in Rußland,
Spanien, Frankreich und Italien aus eigens dafür eingerichteten Fabriken hervor—
gegangen sind; die Reklamekrüppel, die ihr Gebrechen öffentlich zum Zwecke
des Erwerbes zur Schau stellten, häufig eine staunenswerte Virtuosität erlangten
und ihre geschichtliche Sendung erfüllten, als sie die breite Offentlichkeit auf die
hervorragenden Krüppelleistungen aufmerksam machten; die Hinderniskrüppel,
die ihrer Familie wirtschaftlich und seelisch dauernd zur Last fallen, und die einer
Abb. 89. Diejenigen Kinder, welche weder im Bett noch im Wagen die Schule besuchen können,
werden auf ihrer Station unterrichtet.