allen Teilen Deutschlands besucht wurde, geleistet hat,
ist in der Veröffentlichung „Die Kunstglieder der
Versuchs- und Lehrwerkstätte des Oscar Helene—
Heims“, Verlag Ferdinand Enke, Stuttgart, ent—
halten. Von den Erzeugnissen dieser Werkstatt seien
esonders erwähnt die Zeibighand, eine aktive einfache
Hreifhand für die gewöhnlichen Verrichtungen, und
die sogenannte „Fischerhand“, d. i. die von dem
Orthopädiemechaniker unserer Werkstatt Fischer kon—
truierte Hand, die eine dauerhafte, strapazierbare, mit
Jroßer Kraft ausgestattete Arbeitshand und wohl die
deste Greifhand überhaupt ist; sie wird innerhalb der
Anstalt von einem Lehrer und dem Hausinspektor
chon über zehn Jahre täglich mit bestem Erfolg be—
autzt und von zahlreichen anderen Amputierten, ins—
besondere Ohnhändern, getragen.
Diese über das örtliche Tätigleitsgebiet hinausreichende Wirkung der Anstalts—
arbeit ist von vielen Seiten des In- und Auslandes, von Höfen und Behörden
anerkannt worden und kommt nach außen hin am besten zum Ausdruck in einer
Spende von 20000 Mark, welche die deutsche Kaiserin in mehreren Raten dem
Anstaltsdirektor zur Förderung des Kunstgliederbaues zur Verfügung gestellt hat.
Auch der Reichspräsident hat der Anstalt mehrmals nennenswerte Beihilfen über—
wiesen, und ebenso erhält die Anstalt jährlich Zuwendungen von seiten Preußens
und des Deutschen Reiches.
Das Beste und Wichtigste aber aus der Forschungs- und Fortbildungsarbeit mag
zum Schluß im Zusammenhang geschildert werden, nämlich das Museum der
Krüppelfürsorge, das vermögensrechtlich zu etwa gleichen Teilen der Anstalt und
der Deutschen Vereinigung für Krüppelfürsorge gehört, inhaltlich, geistig und
materiell aber ausschließlich eine Leistung des Oscar Helene-Heims ist. Schon
von jeher hat dieses Sammlungen von Gipsabgüssen, Moulagen, anatomischen
Präparaten, Konstruktionszeichnungen für Kunstglieder, Bilder aus der Geschichte
der Krüppelfürsorge, von Heilerfolgen u. v. a. m. angelegt. Sie wurden zum
erstenmal der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht in dem Pavillon für Krüppel—
fürsorge auf der Internationalen Hygieneausstellung in Dresden 1911.
Dieser war von der Deutschen Vereinigung für Krüppelfürsorge aufgestellt und
oon dem Anstaltsdirektor, dem damaligen Erziehungsinspektor und dem Meister
der orthopädischen Werkstatt eingerichtet worden. Ein sehr großer Teil des
Anschauungsmaterials entstammte dem Oscar Helene-Heim. Diese Ausstellung
hatte einen ungeheuren Erfolg. Während des einen Sommers gingen 320 392