eine Anstalt von 300 Betten auf, die von Fachleuten mehrfach überprüft und für
cichtig befunden wurde. Auf Grund dieser Berechnung, welche ergab, daß sich damals
eine solche Anstalt im wesentlichen selbst zu erhalten vermöge, übernahmen dann
nach langen und schwierigen Verhandlungen, die von unserer Seite hauptsächlich
don dem Schatzmeister und Geheimrat Beckmann geführt wurden, die Gemeinden
Berlin, Charlottenburg, Schöneberg, Wilmersdorf, Neukölln, Lichtenberg, Steglitz,
Friedenau und die Provinz Brandenburg die Gewähr für Verzinsung und
Tilgung des Baugeldes, das auf diese Mündelsicherheit hin von den Landes—
Versicherungsanstalten von Ber—
lin und Brandenburg nunmehr
gegen Eintragung einer Hypo—
hek hergegeben wurde. Es hatte
sich somit eine Art von kleinem
Zweckverband gebildet, der ein
nachahmenswertes Beispiel für
die Gründung ähnlicher Einrich—
tungen bietet. Die Baupläne
hatten inzwischen die Architekten
Schmieden und Boethke, welche
auf dem Gebiete des Kranken—
hausbaues besonders große Er—
iahrungen besaßen, ausgearbeitet
und die Kosten auf 1350 000 M.
berechnet. Es ist beim Bau,
den die Herren ehrenamtlich ausführten und den eine Baukommission, bestehend
aus dem Schatzmeister als Vorsitzenden, der Vereinsvorsitzenden, dem Anstalts—
direktor, Baurat Boethke, Geheimrat Krohne, Justizrat Schachian, über—
wachte, gelungen, noch hinter dieser Summe zurückzubleiben, so daß die Gesamt—
kosten 124, Millionen Mark betrugen und somit bei 300 Betten das Bett nur
5000 Mark kostete, ein ungewöhnlich niedriger Satz in Anbetracht des Umstandes,
daß darin das Baugelände, die Umwehrung, die Nebengebäude sowie die Gesamt—
einrichtung für Klinik, Schule, Handwerksstuben und Wirtschaft, und zwar das alles
in bester Vorkriegsausführung, enthalten ist. Am 6. Juli 1912 begannen. die Aus—
schachtungsarbeiten, und am 20. April 1914 siedelten wir mit 156 Pfleglingen aus
dem Urban in das neue Heim über. Vier Wochen später, am 27. Mai 1914, konnte
die feierliche Einweihung stattfinden, bei welcher neben den Vertretern aller hohen
und niederen Behörden, sozialer Vereine, der Orthopädie und Krüppelfürsorge, die
deutsche Kaiserin persönlich erschien, die schon 1910 das alte Heim besichtigt hatte
und 1915 noch einmal die Anstalt aufsuchte, um die besondere, hier gepflegte Art
der Kriegsbeschädigtenfürsorge kennen zu lernen. Das Haus erhielt auf ein—
Lufstockung 1926