Fig. 1. Feldschiene für Oberschenkel: Bandeisen der Länge nach, darauf quere Spangen
mit Gurten. In kürzester Zeit mit Nieten herzustellen, besonders zum Transport geeignet,
Viele Tausende unserer schwerverwundeten Brüder schauen
heute mit ihren Familien angsterfüllt in die Zukunft, weil sie in der
Bewegungsfreiheit ihrer Glieder dauernd behindert sind oder gar Arm
oder Bein verloren haben und darum sorgen, wie sie wieder Arbeit
und Brot finden sollen. ,
Ihnen allen und nicht minder denen, die über die Verwundeten
ärztlich und pflegerisch zu wachen haben, sei diese kleine Schrift in
die Hand gegeben
zum Trost und zur Mahnung.
Erstlich vermag heute die ärztliche Kunst auch nach der Wundheilung
in viel höherem Maße als 1871 schädigende Folgen der Kriegsverletzung
zu beseitigen oder doch zu mildern, und zweitens steht
Deutschland, das Geburtsland der Arbeiterfürsorge, heute in voller
sozialer Rüstung da, um zu helfen, wo es früher unmöglich schien.
Um diese großen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte den
Schwerverwundeten im weitesten Umfang zugänglich zu machen,
hat sich in Deutschland eine ausgebreitete und wohlgeordnete Hilfsbereitschaft
gebildet unter dem Namen
Kriegskrüppelfürsorge,
Stoße sich niemand an dem Worte „Krüppel‘; die Fachleute
haben sich vergeblich bemüht, einen Ersatz zu finden. ‚„Kriegsbeschädigt‘
klingt besser, aber es deckt nicht den Begriff, den man
meint; denn auch ein Mann, der ein Auge oder sein Gehör verloren
oder sich ein dauerndes inneres Leiden zugezogen hat, ist beschädigt
und doch nicht verkrüppelt. Hierunter versteht man eine schwer Beeinträchtigung
der Bewegungsmöglichkeiten und der Körperhaltung.