Full text : Kriegskrüppelfürsorge

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seine Gesellenprüfung mit gut bestanden, nachdem er als Gesellenstück
 einen schwierigen orthopädischen Apparat angefertigt hat
(Fig. 64—66). Beim Schmieden schnallt er sich den Hammer an
den Armstumpf, alle übrige Arbeit macht er ohne einen Ersatz
für die Hand und ist dabei nicht weniger geschickt und schnell
wie jeder zweihändige Gesunde.
So ist es auch möglich, daß Einarmige mit den in Fig. 54 dargestellten
 Ansatzstücken zahlreiche andere Berufe ausüben können,
z. B. landwirtschaftliche Arbeiten verrichten, tischlern, schlossern
u. v. a. m. (Fig. 67—70).

Fig. 43. Heißluftkasten für die
Aand, die in den Tuchsack rechts
hineingesteckt wird. Links Ansatzrohr
 für den Zustrom der Wärme,
oben ein Thermometer.

Fig. 44, Modellpuppe aus der Gruppe
„Kriegskrüppelfürsorge‘‘ der Ausstellung
für Verwundetenfürsorge im Reichstagsgebäude,
 um eine einfache Behelfsvorrichtung
 des elektrischen Zweizellenbades zu
veranschaulichen.

Einem Lehrling (Fig. 71) fehlt der linke Arm bis auf einen kurzen
Stumpf und von der rechten Hand sind nur noch 3 Finger vorhanden,
trotzdem kann er mit Hilfe eines künstlichen, nur für die Arbeit
gebauten Gliedes, das er im Ellbogengelenk in jedem beliebigen
Winkel feststellen kann, Korbflechterei machen und auch z.B. in
der Öffentlichkeit wie jeder Gesunde essen.
Als Beweis dafür, daß ein Schneider, der eine Hand verloren
hat, trotzdem schneidern kann wie vorher, diene ein Mädchen, dem
von Geburt an eine Hand fehlt; es kann aber mit dem Stumpf nähen,
sticken und flicken (Fig. 78 u. 74).
Ein Lehrling, dem ein Bein in der Hüfte abgenommen werden
mußte, lernt Orthopädie-Mechanik und zeigt damit, daß man auch mit