Full text : Die deutsche Frau im Dienste der Fürsorge für Kriegsbeschädigte

gehen Iajfen, nur ihre Rente wollen jie nicht verlieren. Das muß
verhindert werden! Und neben anderen, Hier nicht zu erörternden
Mitteln, ijt der wichtigfte Kampf gegen DdiejeSs furchtbare Leiden, das
in Malfenausbreitung zu einer Gefahr für unjer Wolf werden kann,
die Erwedung des inneren Willens der Verftümmelten, wieder Lätig
jeinm zu wollen. Wahrlidh eine jhöne Aufgabe für eine warmherzige
und vaterländijch empfindende Frau.
€ it Jhon fehr viel auf dem Gebiete gearbeitet worden, die
‚rau in geeigneter Form zur Mithilfe Heranzuziehen. IH glaube
aber, daß die Wege, welche Ihre Exrzellenz von Bifjing den deutfchHen
‚rauen weilt, ganz DefonderS gut gewählt find, weil fie in weijer
Beflchränkung und mit Klugheit nur das Mögliche anftrebt, denn es
fiegen mancherlei Falitrice auf den Wegen. So z. B. war namentlich
im Anfang des KriegeS die Muffajung verbreitet, die Frau würde
befonderS geeignet fein zur fozialen Berufsberatung. Darunter wurde
zunäch]t immer verjtanden der Kat zum Wechjel des Berufes. Das
jt nun {Idhon von vornherein gänzlidh faljdh. SOlüclidhermeife wird
e8 möglich jein, nahezu alle Schwerverleßten wieder in ihHrem alten
Beruf unterzubringen und zwar in der Heiunat und in dem alten
Betriebe. € it nicht nötig, daß der Mann genau dasjelbe wieder
arbeitet, aber er fann innerhalb feines ®emerbe3 an einem anderen
Bolten jeine in vielen Jahren erworbenen Kenntnijie des Materials,
der Verkaufsmöglichkeiten ungeheuer zweckmäßig weiter verwerten. Das
alles it Ihon aus dem Grunde notwendig, weil e8 ein volfSwirfchaftlicher
 Schaden von ungehHeurer Bedeutung wäre, wenn jedem Gewerbe
in taufenden von Fällen die reiche Erfahrung verloren gingen, welche
alle die Männer bejfißen, die ihrem alten Beruf den Rücken kehren.
Wer aljo unter Berufsberatung Berufswechjel verfteht, beweift damit
von vornherein, daß er die Sache nicht beherrjcht. Der Rat kann
nur Der fein, im alten Berufe zu verbleiben. Auch Hierfür it es
ganz ungewöhnlich [Hıvierig, das Richtige zu treffen. Wo der Mann
bei vorhandener Sutwikigkeit jelbit und der Arzt und die Kameraden
und fonftigen erfahrenen Männer nicht Bejcheid wifjen, da kann nur
ein Jacdhmann in Frage fommen und auch Ddiejfem wird es manchmal
jehr Ihmwmer werden, für einen Hochagradig Verftümmelten noch ein
Llägdhen zu finden, wo er im alten Berufe verwendet werden Kann.
Deshalb möchte id) den Frauen abraten, fidh gerade diejes fOHwierige
und verantwortungsvolle Gebiet zu wählen, weil fie dauernd mit den
im allgemeinen beffer unterrichteten Männern zufammenftoßen werden.