Papier oder Karte halten oder sich ein Paket einklemmen. Arbeiten
kann er jedenfalls nur mit einem Handersatz, der nicht mehr die entiernteste
Aehnlichkeit mit der menschlichen Hand hat, sondern lediglich
ein ganz einfaches Werkzeug darstellt.
Abb. 4. Ersatzstücke für die Arbeit: Klaue, mit welcher jeder Gegenstand gefasst werden
kann (Griff einer Feile, Sensenstiel, Pinsel u. a.); Haken zum Tragen eines Eimers,
Farbentopfes usw.
Seit einiger Zeit wird in Deutschland und Oesterreich lebhafte
Reklame gemacht für amerikanische Armprothesen.
Diese haben stets Hände, welche der menschlichen Hand
nachgeahmt sind und bei denen die einzelnen Finger durch
Schnüre bewegt werden, die durch die Unterarmhülse nach
oben laufen und bei bestimmten Bewegungen des Stumpfes
oder der anderen Schulter die Finger ohne den Daumen öffnen
ader schliessen.
Ich habe einen Mann mit Exartikulation im Handgelenk
geschen, der eine solche amerikanische Hand, die 1000 (eintausend)
Mark kostet, seit einem Vierteljahr trägt und als
Hilfsportier, d. h. in einer Beschäftigung tätig ist, die Jedermann
mit einer Hand leisten kann; er erklärt, dass er die Hand
bald wieder ablegen werde, weil er nichts damit machen könne
und ohne sie besser dran gewesen sei. Für einzelne Fälle
kann man leicht den Daumen und auch die anderen Finger
durch eine Schnur beweglich machen; solche Kunstglieder
waren schon um die Mitte des vorigen Jahrhunderts in Holland
und Frankreich bekannt und sind in dem bekannten Buch
von Karpinski „Studien über künstliche Glieder“, Berlin
1881 bei ‚Mittler, beschrieben. Im allgemeinen sind
sie für schwere Arbeit nicht verwendbar, weil sie zı
teuer und verletzlich sind. Jedenfalls kann wohl gesagt
werden, dass das, was die amerikanische Fabrikation herstellt,
ohne weiteres auch in Deutschland geleistet wird. Hier
ist ein hochentwickeltes Orthopädiegewerbe und die beste
Technik, hier erfreut sich der Prothesenbau seit 100 Jahren
der Förderung durch Aerzte und Laien (Heine, Hessing.
Hoffa), hier besteht seit vielen Jahrzehnten die riesige Erfahrung
der Unfallversicherung und der Krüppelfürsorge. Im