Full text : Ueber Prothesen bei Amputationen des Armes insbesondere des Oberarmes

Dass dies auch beim Verlust beider Hände unter Zuhilfenahme
zeeigneter Prothesen und Ansatzstücke möglich ist, hat Hoeftman
an seinem bekannten Mann bewiesen, der beide Hände und Füsse
JAurch Erfrieren verloren hat und trotzdem heute alle täglichen Vertichtungen
 zu machen versteht und als Drechslermeister sein Brot
verdient. Allerdings ist ein solcher Mann ein Unikum und wird es
bis auf weiteres bleiben, denn erstlich kommt es an sich sehr selten
vor, dass jemand beide Hände und beide Füsse verliert, zweitens
war es ein Glück, dass dieser Mann sofort in die Hände des richtigen
Arztes kam und drittens, dass er noch jung genug und genügend
intelligent und willig war, um sich den Anweisungen seines Arztes
zu fügen. Trotzdem ist man sehr wohl berechtigt, ihn als Beispiel

Abb. 3. Orthopädiemechaniker, mit Verlust der Hand,
beim Hämmern.

ınd Vorbild hinzustellen und die Filmaufnahmen von ihm, die man
heute in allen Städten Europas sehen kann, haben wesentlich dazu
beigetragen, die Grundanschauungen des Publikums nach der richtigen
 Seite hin zu beeinflussen. Es ist überhaupt das Verdienst von
Hoeftman, dass er den Begriff der Arbeitsprothese durchgebildet
hat, d. h. eines Gliedersatzes, der so einfach wie möglich hergestellt
ist, So dass er von dem Betreffenden selber oder von jedem Dorfschmied
 repariert und neu angefertigt werden kann und der vorn
eine Hülse trägt, in welche man Ansatzstücke für die verschiedensten
Verrichtungen hineinstecken kann (Abb. 4). Eine künstliche Hand,
namentlich eine solche mit Fingergelenken, ist fast zu gar nichts
nütze. Sind die Finger steif und der Daumen beweglich und mit einer
Federkraft versehen, so kann der Betreffende wenigstens ein Blatt