Full text : Die Stellung des Arztes in der Kriegskrüppelfürsorge

hinzunimmt und wenn man sich an Aufgaben,
wie die körperliche Erziehung des Kindes, die
Schulhygiene und die Technik des Gipsverbandes
und anderer Verbände, die Prophylaxe der Deformitäten
 bei Nervenkrankheiten und vieles
andere mehr erinnert,
Vom Standpunkt der Orthopädie aus kann
im Kampfe gegen das Kriegskrüppeltum eine
große Menge von Hilfsmitteln in Bewegung gesetzt
 werden. Zunächst in der Vorbeugung. Hier
hat sich herausgestellt, daß nach den lückenlos
übereinstimmenden Erfahrungen aller Orthopäden
auf dem Kriegsschauplatz, in den Feld- und
Kriegslazaretten und in der Heimatsarbeit der
souveräne und durch gar nichts anderes Gleichwertiges
 zu ersetzende Verband für die Schußfraktur,
 in erster Reihe aber für die Oberschenkelschüsse,
 der technisch vollendet angelegte Extensions-Gipsverband
 ist. Er stellt die Knochenenden
 ruhig, so daß das Fieber schnell abnimmt
und die Schmerzen verschwinden, er sichert somit
eine möglichst ideale Heilung, er gestattet die
Wundbehandlung, wenn man die Weichteilwunde
in breitem Umfange frei läßt und mit kräftigen
Eisenbügeln überbrückt, er ermöglicht einen frühzeitigen,
 ganz gefahr- und schmerzlosen Transport
und gestattet sehr bald ein Aufstehen des Verwundeten.
 Zwar nimmt der erste ordnungsgemäß
angelegte Verband wenigstens eine Stunde in Anspruch,
 aber dann ist der Mann auch für Wochen,
ja Monate hinaus fertig, und es bedarf dann keines
weiteren Zeitverlustes für Verbandtechnik, so daß
diese eine Stunde sich hundertfältig wieder einholen
 läßt. Natürlich ist ein solcher Verband
nur möglich unter gesicherten Verhältnissen, d. h.
frühestens im Feldlazarett. Bis dahin und nötigenfalls
 auch noch für einen weiteren Transport
muß man einfache Feldschienen anwenden, für
die Lange sehr gute Modelle angegeben hat
und zu denen auch die Cramer’sche Drahtschiene
vortrefflich verwendbar ist.