Full text : Die Stellung des Arztes in der Kriegskrüppelfürsorge

>

in seine Heimat zurückkehrt, daß er in der Masse
des schaffenden Volkes untertaucht, als wenn gar
nichts geschehen wäre, denn hier findet er den
besten wirtschaftlichen und sittlichen Rückhalt,
Es darf auch nicht übersehen werden, daß
es gegen das Interesse unseres Volkes ist, wenn
die deutschen Stämme, auf deren Eigenart sich
unsere Kultur und Kraft aufbaut, zu sehr durcheinander
 geworfen werden. In den Bestrebungen,
die Leute wieder an ihren alten Platz zu bringen,
hilft uns die Tatsache, daß nach mehrfachen Erhebungen
 in verschiedenen Lazaretten und Gegenden
 Deutschlands und Österreichs sich herausgestellt
 hat, daß nach dem fachmännischen Urteil
von Orthopäden .und Krüppelfürsorgeleuten (Pastoren)
 von den Verkrüppelten, die ihrerseits etwa
10 Proz. der Verwundeten ausmachen, nicht mehr
als 5 bis höchstens 10 Proz. einen neuen Beruf zu
ergreifen haben werden, wobei schon die vollständig
 Unheilbaren, meistens sind es Gehirnschüsse
mit halbseitiger Lähmung und der Gefahr der
Epilepsie im Hintergrunde, mit eingerechnet sind.
Glücklicherweise hat jetzt überall die gesamte
Kriegsbeschädigtenfürsorge die einzige Stelle in
die -Hand genommen, welche dafür in Betracht
kommt, das ist der Staat, für den die Leute gekämpft
 haben, der die Machtmittel besitzt, um alle
Kreise zur Mitarbeit heranzuholen, und gegenüber
allen privaten Organisationen allein die Gewähr
dafür gibt, daß die gewaltige Arbeit, die uns noch
auf Jahrzehnte hinaus beschäftigen wird, und bei der
wir täglich umlernen müssen, auch durchgehalten
werden kann. In Preußen haben die Leitung nach
dem Vorgange der Provinz Brandenburg die Landesdirektoren
 übernommen, welche Landesbeiräte gebildet
 haben, in denen die führenden Persönlichkeiten
 der obengenannten Kreise vereinigt sind.
Ganz besonderer Dank aber gebührt der Militärverwaltung,
 die in der weitgehendsten Weise von
den ersten Augusttagen an jede ihr gebotene Hilfe
sofort ergriff, militärisch modifizierte und alle in