Full text : Die Stellung des Arztes in der Kriegskrüppelfürsorge

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von Erfahrungen verloren gehen, welche in dem
Kopfe dieser Männer steckt. Auf der anderen
Seite aber würde dieselbe Zahl von Menschen
statt nur Verbraucher zu sein, neue Werte Schaffende
 werden. Das bedeutet zugunsten des Volksvermögens
 Summen, die niemand auch nur annähernd
 anzugeben vermag, die aber jedenfalls
riesenhaft sind. Daneben aber steht gleichzeitig
die ethische Bedeutung. Alle diese Männer dürfen
nicht verbittert, gekränkt, verzagt, Nörgler, Trunkenbolde
 und Skandalierer werden, sondern sie
müssen das Gefühl haben, daß sie vollwertige
Menschen sind und bleiben wie vor dem Kriege
und daß der kleine Schaden sie sittlich höchstens
höher gehoben hat dadurch, daß sie ihn zu überwinden
 verstanden haben. Jeder von uns Ärzten
weiß, was für eine furchtbare Geißel die Rentenpsychose
 ist. Unter keinen Umständen dürfen
wir diese Krankheit unter unseren Soldaten sich
ausbreiten lassen, weil gar nicht abzusehen ist,
was daraus werden soll, wenn zu den Verstümmelten,
 die ja nur einen geringen Prozentsatz der
Kriegsbeschädigten ausmachen, noch die innerlich
Kranken, die Nervenkranken, die gesunden Erwerbslosen
 hinzukommen. Unser Volk muß gerüstet
 sein, diese wirtschaftlichen und ethischen
Kriegsschäden restlos zu verdauen und zu beseitigen
und wenn uns das gelingt, so werden wir nach
dem Frieden neben dem Siege unserer
Waffen und dem wirtschaftlichen Sieg
noch diesen letzten sozialen und Kultursieg
 erringen, mit dem wir restlos den
Krieg überwunden haben werden und zwar im
Gegensatz zu allen unseren Feinden, die prozentual
 eine viel größere Zahl von Verstümmelten
und Kriegsbeschädigten haben, die mangels jeglicher
 Voraussetzungen gar nicht daran denken
können, die ungeheure Aufgabe der Kriegsbeschädigten-Fürsorge
 überhaupt in Angriff zu
nehmen und darum mit den Opfern des Krieges
noch zu einer Zeit belastet sein werden, wo wir