Full text : Die Stellung des Arztes in der Kriegskrüppelfürsorge

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pädiemechaniker bei mir benutzt die Prothese
nur, wenn er zum Schmieden sich einen Hammer
anschnallt. Alles übrige macht er mit dem
Stumpf. Zum Lehrerkollegium meiner Anstalt
gehört ein Mann, dem der rechte Arm über dem
Ellenbogen, der linke 3 Finger breit unter dem
Ellenbogen amputiert ist. Er hat die Prüfung
als Volksschullehrer bestanden und macht sämtliche
 „Handreichungen“, die ein Gesunder vollbringt,
 ohne alle Prothese nur mit den Stümpfen.
Er zieht sich an und aus, ißt, trinkt, nimmt den
Hut ab mit einer Geschicklichkeit, daß man das
Fehlen seiner Hände kaum merkt, schreibt mit
Kreide oder Federhalter eine wundervolle Schrift,
kurz und gut, ist von fremder Wartung und Pflege
unabhängig.
Um die in ihrer Bewegungsfreiheit Behinderten
 wieder zur Tätigkeit in ihrem Handwerk
zu erziehen, hat das Militär aller Orten orthopädische
 Lazarette eingerichtet, an welchen jetzt
immer mehr Erwerbsschulen für Kriegsbeschädigte
eingerichtet werden. Diese Lazarette stellen
kriegsmäßig gedachte und ausgerüstete Krüppelheime
 dar. Sie enthalten die klinische Abteilung
mit den Möglichkeiten zur Vornahme aller blutigen
und unblutigen Nachbehandlungsmethoden. Besonders
 wird für die Amputierten hier Wert darauf
gelegt, daß die Stümpfe massiert und ausgiebig
bewegt werden, nötigenfalls aktiv gegen Widerstand,
 so daß die Gelenke frei bleiben und die
Muskulatur möglichst kräftig wird. In Verbindung
damit steht eine Schule, in welcher die Leute
vom Boden der Krüppelpsychologie und Pädagogik
in eine geordnete Beschäftigung, die zunächst nur
Spielerei, d. h. zum Beispiel Kerbschnitzen, Papparbeiten,
 Weben und Ahnliches, ist, eingeführt
werden, und in der sie auch, um den Tag auszufüllen,
 Unterricht im Schreiben, namentlich
linkshändig schreiben erhalten, in einfacher Buchführung,
 Kalkulation, Abfassung von Geschäfts-Oriefen
 und Verträgen, Gesetzes- und Staatskunde,