Full text : Die Stellung des Arztes in der Kriegskrüppelfürsorge

ein kräftiges Mannesmann-Rohr, in das er vorn
die verschiedensten Hilfsmittel für die Arbeit
hineinstecken kann, nämlich einen Haken, z.B.
um einen Wassereimer oder Malertopf zu tragen
oder einen Ballen anzufassen, eine Hülse, die er
über den Spatengriff schiebt zum Graben, einen
Ring, mit dem er einen Besen, Sense, Forkenstiel
regieren kann, ein knopfartiges Gebilde, das er in
das Schlüsselloch eines Hobels hineinschiebt, eine
Arbeitsklaue, mit der die verschiedensten Gegenstände
 angefaßt werden können, z.B. Bleifeder,
Kaffeetopf, Malstab, Spielkarten u. dgl. m. Es
sind im mechanischen Sinne Supinationsbewegungen
 möglich und ebenso gewisse Außen- und
Innenrotation des Oberarmes, alle für den jeweils
vorliegenden Zweck verstellbar. Glücklicherweise
ist der Anfertigung minderwertiger Prothesen und
und damit der zwecklosen Geldausgabe ein Riegel
dadurch vorgeschoben, daß die für die einzelnen
Armeekorps angestellten ärztlichen Fachbeiräte
für Orthopädie die Art der Prothese angeben
müssen und daß diese nicht eher bezahlt wird,
als bis der Fachbeirat sie geprüft und abgenommen
hat. Diese Maßnahme ist unbedingt notwendig,
weil das, was die Militärverwaltung für die Erstanschaffung
 von Prothesen zu zahlen haben wird,
in die Millionen geht, und daß die Summen,
welche sie später für Reparaturen und Neuersatz
wird leisten müssen, meines Erachtens zurzeit
überhaupt nicht ausgerechnet werden, können,
wenn man in Betracht zieht, daß außer den Reparaturkosten
 die Reise von entlegenen Orten in
die Provinzialhauptstadt, der Aufenthalt der Leute
daselbst und der Arbeitsverlust mitbezahlt werden
müssen,
Die_beste_Prothese_aber_ist_und_bleibt_der
Stumpf. Es gibt nahezu keine „Hantierung“,
welche nicht von einem Stumpfe gemacht werden
könnte. Wer das nicht glauben will, muß sich
in einer Krüppelanstalt davon überzeugen, Tatsache
 ist und bleibt es. Der vorerwähnte Ortho-