pädiemechanik ein junger Mann, der bei uns das
Handwerk erlernt und die Gesellenprüfung bestanden
hat, mit einer einfachen Hoeftmann’schen
Arbeitsprothese als Ersatz für die verlorene rechte
Hand und ist ebenso geschickt und schnell und
verdient deshalb auch dasselbe Geld wie ein
Mensch mit 2 Händen. Die Wichtigkeit dieser
Tatsache kann dem Arzte gar nicht dringend
genug klar gemacht werden, weil die Bandagisten
etwas Besonderes geleistet zu haben glauben,
wenn sie dem Manne eine Prothese für den amputierten
Arm anfertigen, der ungefähr die Form
des gesunden nachahmt, eine hölzerne Hand hat
und vielleicht noch im Ellenbogengelenk verstellbar
ist. Ein solches Ding ist absolut wertlos,
denn wenn ich weiter nichts will, als nur den
Defekt aus Schönheitsgründen für das Auge verdecken,
so komme ich zur Not mit einer Hülse
aus Pappe aus, welche den hundertsten Teil jener
Prothese kostet. Es kommt hinzu, daß häufig
Bandagisten zur Anfertigung von Prothesen herangezogen
werden, die niemals im Leben eine
solche angefertigt haben, sondern höchstens ein
Bruchband zu Wege bringen. Dann sieht man
jene gebrechlichen, in allen Gelenken wackelnden
Gebilde, welche die Militärverwaltung von vornherein
ablehnen sollte, da sie in einem Vierteljahr
nur noch Trümmer von Eisen und Leder
sind. Der Sinn einer Prothese ist die Zweckmäßigkeit
für die Arbeit, Einfachheit der Konstruktion,
damit die Reparatur leicht und an
jedem Ort ausgeführt werden kann, und Dauerhaftigkeit
des Materials. Ob ein solches Glied
ein Pfund mehr oder weniger wiegt, ist demgegenüber
vollständig gleichgültig. Im übrigen
kann man Arbeits- und Schönheitsprothese durchaus
miteinander vereinigen, wie ich das an einem
Modell für Oberarmamputierte bereits durchgeführt
habe. Hier hat der Mann ein kräftig gearbeitetes,
in jeder Lage unverrückbar feststellbares
Ellenbogengelenk und für den Unterarm